Österreichs Paradressur-Team fixiert Rang 11
Paradressur – Die Weltmeisterschaft in Aachen endet für Österreichs Paradressur-Team mit einem soliden elften Rang! Debütantin Julia Mitterhuemer (ST) konnte sich im Teambewerb stark verbessern und lieferte am Samstag das letzte Teamergebnis. Bereits am Vortag erzielten Julia Sciancalepore (K) und Pepo Puch (ST) Ergebnisse über 70 %, Thomas Haller (OÖ) freute sich ebenfalls über einen positven Noten-Sprung.
Anders als in der Dressur, ist in der Paradressur der Team-Test der zweite WM-Bewerb. Dieses Mal machten Grade II, I und III am Freitag den Beginn, Grade IV und V folgten am heutigen Samstag (22.8.)
Ein Tag zwischen Lachen und Weinen war der Freitag für Julia Sciancalepore. Die Kärntner Grade-I-Reiterin hatte mit ihrem langjährigen Erfolgspferd Heinrich IV (übrigens Züchterin: Petra Kerschbaum!) im Teambewerb erneut einen souveränen Ritt im Aachener Dressur-Stadion abgeliefert. 70,958 % standen beim Verlassen des Vierecks auf der Anzeigetafel – eigentlich ein Grund zur Freude. Doch die Enttäuschung war groß, als es nach zwei starken Ergebnissen am Ende trotzdem nicht für das Kür-Finale am Sonntag reichte. Um denkbar knappe 0,375 %.
„Am Mittwoch hatten wir in unserer Prüfung eine Störung, das war heute nicht der Fall, deshalb verstehe ich die Noten nicht ganz. Ich hätte mir gewünscht, dass die Richter einen Unterschied sehen zwischen dem scheuenden Pferd im Einzelfinale und einem entspannt gehenden Pferd heute im Teambewerb. Aber so ist der Dressursport, da muss man die Noten akzeptieren. Dass es jetzt so knapp nicht für die Kür gereicht hat, ist natürlich enttäuschend“, sagt die EM-Vierte des Vorjahres.

„Beide Prüfungen zusammenstoppeln, dann passt’s!“
Das Finale hatte Pepo Puch nach dem nicht optimal gelungenen Auftaktbewerb bereits für sich abgehakt. Heute gelang dem Steirer dennoch ein versöhnlicher Abschluss. 70,167 % bedeuteten eine Steigerung um knapp zweieinhalb Prozentpunkte gegenüber dem Einzelfinale. Vielleicht auch weil dieses Mal Haller’s Hermine als „Friendly Horse“ mit dabei war – diesen Gefallen erwiderte Royale Choice übrigens während Hallers ritt.
Auch wenn Puch, zielstrebig wie er ist, immer noch viel Raum für Verbesserungen sieht: „Wir haben probiert, das umzusetzen, was wir uns vorgestern vorgenommen hatten. Heute war Royale Choice in der Anlehnung viel ruhiger. Dafür konnte ich nicht ausreichend viel riskieren, um seine Schrittqualität zur Gänze auszuspielen. Wenn wir den Schritt vom ersten Tag und die Anlehnung von heute kombinieren könnten, dann wäre es optimal. Das ist das Ziel, auf das wir weiter hinarbeiten müssen.“

Deutliche Steigerung trotz Nervenflattern bei Haller’s Hermine
Auch Thomas Haller brachte seine Team-Dressur im Grade III mit einer deutlichen Steigerung gegenüber dem Einzelbewerb ins Ziel. Mit 65,567 % beendete das Paar die Prüfung auf Rang 15.
Dabei war es heute alles andere als einfach für den erfahrenen Championatsreiter aus Oberösterreich: „Hermine war heute schon beim Abreiten sehr nervös – so kenne ich sie eigentlich gar nicht. Im Viereck war sie dann unheimlich bemüht, dann hat es draußen laut gescheppert und ich hatte echt Sorge – aber sie hat das super gemeistert!“
Für Kopfzerbrechen sorgten einmal mehr die Noten. „Auch heute gab es große Diskrepanzen, die
Wertungen lagen zwischen 68,5 und 63 Prozent. Keine Ahnung, wer mich nicht mag, oder wer mich besonders mag. Aber alles in allem bin ich einfach wahnsinnig stolz auf mein junges Pferd. Sie hat super mitgemacht, da bin ich echt dankbar. Mehr war einfach nicht möglich.“

Julia Mitterhuemer sammelt nach Sprung Motivation für kommende Highlights
Julia Mitterhuemer ging es ähnlich. Vor dem heutigen Ritt war die Anspannung noch größer, als am ersten Tag: „Ich bin neu im Team und möchte natürlich eine gute Leistung erbringen. Noch dazu war Präsident Herbert Gugganig jeden Tag vor Ort, das erhöht den Druck, den ich mir selbst mache.“
Bestens umzugehen mit einer nervösen Julia weiß jedoch ihr Ehemann und Trainer Lukas Mitterhuemer. Er ist auch ihr größter Kritiker: „Die Kurzkehrt und die Schritt-Tour sind ihre Schwäche, und auch im Galopp hat Showgirl einmal gezeigt, dass sie eine richtige Stute sein kann. In der Trabtour hat sie 70 % bekommen!“
Die Motivation nach einer WM-Teilnahme stieg bei Debütantin Julia Mitterhuemer gewaltig: „Als ich abgestiegen bin, hat mich mein Mann als erstes gefragt: `Jetzt freust dich schon auf die Staatsmeisterschaften oder?´ Und er hatte recht! Ein solches Erlebnis motiviert ungemein.“
Als WM-Elfte zur Österreichischen Staatsmeisterschaft
Österreichs aus Routiniers und einer Newcomerin gemischtes Team beendete den WM-Teambewerb mit einem Gesamtergebnis von 206.828 Punkten auf dem elften Platz. Rund ein Prozentpunkt fehlte auf die Top-Ten Nationen der Welt.

Bereits in zwei Wochen steht das nächste Highlight an: Die Österreichischen Staatsmeisterschaften in Fernitz (ST), gemeinsam mit den (Staats-)Meisterschaften der Dressur.
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