Geländetag! Österreichs Busch-Team gesund im Ziel
Vielseitigkeit – Das weltmeisterliche Cross Country von Aachen ist geschafft! Für Österreich war der Tag eine Achterbahn der Gefühle: Nach einem soliden Auftakt vom Eröffnungspaar Daniel Dunst, wurde Harald Ambros nachträglich disqualifiziert, Katrin Khoddam-Hazrati lieferte einen Höllenritt, und Lea Siegls Giorgio verlor ein Eisen und damit viel Zeit.
Ein ereignisreicher Tag in der Aachener Soers ist vorbei. Und Equipe-Chef der österreichischen Vielseitigkeits-Reiter:inne, Thomas Tesch, kann stolz sein! Österreich brachte vier Teamreiter:innen und ihre Pferde gesund ins Ziel. Das war bei weitem nicht bei allen so. Von 86 Teilnehmer:innen wurden 17 Paare auf der Strecke disqualifiziert, zwei gaben auf. Es gab einige Reiter-Stürze, das Pferd eines Japaners musste mit der Horse Ambulance abtransportiert werden.
„Mein Highlight ist, dass alle gesund und mit einem Scherz auf den Lippen neben mir stehen!“, zeigte sich Thomas Tesch erleichtert.
Daniel Dunst und Chevalier ebneten dem Feld die Strecke
Daniel Dunst (ST) und Chevalier hatten am heutigen (15.8.) Geländetag in Aachen die undankbare Aufgabe, als erstes Paar an den Start zu gehen. Sie zeigten vor bereits tausenden von Zuseher:innen eine solide Runde mit zwei Verweigerungen an 11c, einer Ecke im Wasser und 27a, einem schräg anzureitenden „Traktor“ am letzen Komplex. Mit der zusätzlich benötigten Zeit aufgrund von Alternativen und den Verweigerungen hielt die Uhr erst bei 12:16 Minuten an. Die Freude über das gemeinsame WM-Debüt überwog jedoch:
„Das Pferd war ausgezeichnet gut, wir haben schon vorher besprochen, dass ich einige Male den längeren Weg gehen werden. An der Ecke im Wasser kam er bisschen mächtig rein, dann habe ich zu spät gewendet und da war es schon passiert. Beim letzten Traktor war er schon etwas müde, da hätte ich vielleicht gleich den längeren Weg gehen sollen. Aber er war großartig, ich bin sehr zufrieden – es war eben ein WM-Kurs!“ Das Duo liegt vor Verfassungsprüfung und Springen auf Rang 64.


Vitorio du Montet nach Bomben-Start nachträglich disqualifiziert
Als zweiter Team-Reiter ritt Harald Ambros (OÖ) mit seinem Olympiapferd Vitorio du Montet aus der Startbox. Leider mit Verzögerung, die dem mächtigen Selle-Francais-Wallach viel Kraft kostete: „Mit ihm ist das Abreiten oft schon schwierig, weil er sehr aufgeregt ist. Dann durften wir erst vier Minuten später starten, wo er nicht runterkam. Er hat dann wirklich überragend begonnen, aber dann war die Luft raus.“ Die beiden kamen nach einem Spitzenstart auf direktem Weg durch die schwersten Passagen regulär mit einem „BR“-Fehler (=“breakable device“) an 22a, wo Vitorio das Sicherheitssystem ausgelöst hat, und einer Verweigerung an der letzten Traktor-Kombination (27c) ins Ziel, und wurden erst auf der Ergebnisliste angeführt.
Die Chefrichter:innen eliminierten das Paar jedoch nachträglich: „Es ist für Österreich sehr enttäuschend, aber die Richter:innen waren der Meinung, dass die konditionelle Leistung von Harald und Vitorio auf den letzten 250 Metern nachgelassen hat. Das ist laut Reglement möglich und so zu akzeptieren.“, erklärte Equipe-Chef Thomas Tesch.


Katrin Khoddam-Hazrati begeistert mit Renegade
„Leider liegt uns die Dressur nicht, im Cross holen wir immer alles wieder auf!“, schmunzelte Katrin Khoddam-Hazrati (ST) nach ihrem WM-Geländeritt auf Renegade. Die erst zehnjährige AWÖ-Stute wurde von der Steirerin selbst gezogen und schmeißt auf der Strecke ihr ganzes Herz voraus. Hoch motiviert ging es aus der Startbox raus, immer auf direktem Weg. Nur kurz vor Ende, nach einer fehlerfreien Runde, traf Katrin eine Vernunft-Entscheidung für die längere Alternative, um den Nuller ins Ziel zu bringen. Die Faust in der Luft sprach Bände: „Sie ist unglaublich ehrgeizig, wenn ich ihr sage, wir schaffen das, dann zieht sie es mit mir durch!“
Die beiden liegen nach dem zweiten Teilbewerb auf Rang 48 und wollen im Springen noch einmal alles geben.


George bei Championats-Debüt mit nur drei Eisen
Als Schlussreiterin ging Lea Siegl (OÖ) ins Rennen. Ihr 15-jähriger Watermill Giorgio startete energisch los: „Er ist aus der Startbox aufgrund des Geklatsche und Gejubels schon richtig raus, das ist total ungewöhnlich für ihn.“, erzählte die Olympia-15. im EQWO.net-Gespräch. Auf den ersten Metern musste Lea Siegl erst mal in den Rhythmus kommen, die Runde lief super stark an!
Leider verlor „George“ recht bald ein Eisen, so dass er in den Wendung rutschte und Lea etwas weitere Wege reiten musste. Die beiden kam ohne Hindernisfehler, aber dafür mit 18,4 Zeitfehlern ins Ziel. Schade, denn da wäre mehr drin gewesen! So rutschte Lea Siegl als Zwölfte nach der Dressur aus den Top-30.



Die Strecke fand die, trotz ihren mit 25 Jahren junges Alter erfahrene, Oberösterreicherin fair: „Es war sehr schwer. Aber die WM ist in der Vielseitigkeit einfach das anspruchvollste Championat und es war dieses mal vorallem auch für den Kopf anstrengend. Die Pferde mussten viele Kombinationen und Wendungen bewältigen.“
Team Austria auf Zwischenrang 13
Österreich liegt nach Dressur und Springen auf dem 13. Rang von 16 teilnehmenden Nationen. Sonntag 09:30 Uhr werden die Pferde in der Verfassungsprüfung erneut tierärztlich gecheckt, bevor ab 13 Uhr das finale Springen auf dem Programm steht.
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