Charlotte Fry verteidigt Weltmeistertitel im Grand Prix Special
Dressur – Sie waren Weltmeister in Herning 2022 und wiederholen diese Sensation 2026 in Aachen! Charlotte „Lottie“ Fry (GBR) und Glamourdale fliegen im Grand Prix Special zu 82,295 % und lassen Cathrine Laudrup-Dufour (DEN) und Katharina Hemmer (GER) hinter sich. Isabell Werth (GER) und Justin Verboomen (BEL) gehen leer aus.
In einem vor Spannung und Hitze glühendem Aachen Stadion gewann die Britin Charlotte „Lottie“ Fry heute das erste Einzel-Gold der Dressur. Sie überholte mit einer makellosen Runde im Grand Prix Special die bis dato Führende Cathrine Laudrup-Dufour (DEN/80,927 %) auf Mount St John Freestyle, die mit Fehlern in den Einerwechseln Punkte liegen ließ und weiterhin auf ihr erstes Einzel-Gold warten muss. Beispielhaft für das Protokoll: Für den Starken Galopp gab es im Durchschnitt eine Wertnote von 9,9.
„Ich kann es noch gar nicht glauben. Er war so motiviert und hat alles gegeben. Wenn man sich so lange auf diesen Moment vorbereitet und das gesamte Team hinter einem steht, ist das etwas ganz Besonderes. Ich habe noch nie eine Prüfung wie diese erlebt. Mir fehlen eigentlich die Worte für ihn. Sobald er vor Publikum ist, wächst er über sich hinaus. Schon am Tag vor dem Grand Prix wusste ich, dass er in der Form seines Lebens ist und wir es schaffen können. Aber es gibt so viele andere hervorragende Reiterinnen – deshalb kam dieser Erfolg für mich trotzdem völlig unerwartet.“, erzählte Lottie Fry in der Pressekonferenz.
Cathrine Dufour zeigte sich enttäuscht: „Ich bin ziemlich enttäuscht von meinem Ritt. Wir haben gut begonnen, doch dann haben sich Fehler eingeschlichen. Das ist besonders schade, weil sie in unglaublicher Form ist und Gold verdient hätte. Nun richte ich den Blick auf morgen. Ich freue mich sehr darauf, unsere neue Kür zu reiten.“


Katharina Hemmer stößt Isabell Werth vom Podium
Bronze ging überraschend (aber irgendwie auch nicht) an Katharina Hemmer (GER), hier in Aachen von allen nur „Der Hammer“ genannt, die im Sattel von Denoix PCH mit 80,866 % hochverdient ihre Teamkollegin und „Queen of Dressage“ Isabell Werth (GER) vom Podest stieß. Die wiederum musste mit Wendy de Fontaine wieder einmal Fehler in den Einerwechseln verkraften und scorte 79,544 %. Doppel-Europameister Justin Verboomen (BEL) konnte Zonik Plus dieses Mal „nur“ auf Rang fünf platzieren – 79,362 %.
Eine emotionale Katharina Hemmer über die „Kirsche auf der Sahne“: „Mein Fokus lag die ganze Zeit auf dem Team. An eine Einzelmedaille habe ich nie gedacht. Nach Teamgold war alles Weitere nur noch die Kirsche auf der Sahnetorte. So etwas werden wir wahrscheinlich nicht so schnell wieder erleben. Denoix ist für mich ein ganz besonderes Pferd. Die Übergänge zwischen Passage und Galopp waren oft schwierig. Während der Prüfung habe ich mit ihm – oder eigentlich eher mit mir selbst – gesprochen und mir gesagt, dass wir das schaffen. Auch die letzte Grußaufstellung wollte ich unbedingt gut hinbekommen, weil er im Grand Prix nicht angehalten hatte. Da war er einfach schon bereit, sich zu präsentieren.“

© EQWO.net | Petra Kerschbaum
Die österreichische Teilnehmerin Felicita Simoncic (W) beendete ihre erste Weltmeisterschaft schlussendlich auf dem 26. Platz.
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