Personal Best! Felicita Simoncic eröffnet WM mit 70,730 % + Bildergalerie
Dressur – Zehn Monate in der Großen Tour, Weltmeisterschafts-Qualifikation, Personal Best beim WM-Debüt: Felicita Simoncic (W) lebt gerade den wahr gewordenen Traum! Mit nur 21 Jahren ritt die Wienerin auf ihrem Four Legends KS im heutigen Grand Prix zu 70,730 % und übernahm sogar die Zwischenführung.
Heute haben die Weltmeisterschaften von Aachen offiziell begonnen! Den Start machte der Grand Prix, Team-Entscheidung und Einzel-Qualifikation für den Grand Prix Special. Felicita Simoncic (W) und Four Legends KS eröffneten das Championat für Österreich. Die zumindest am Papier stärkste Team-Reiterin als Erste ins Rennen zu schicken, war Strategie: „Ich wollte, dass wir als Team eine starke Eröffnung hinlegen, und der Plan ist aufgegangen!“, jubelte Equipe-Chef Christian Steiner nach dem Ritt.
Nach einem schwierigen Abreiten, bei dem der 16-jährige Ampere-Sohn den „Hengst raushängen ließ“, ging es schätzungsweise 30 m über den Rasen im Trab in das Bewerbsviereck: „Da habe ich ihn kurz verloren, weil er das einfach nicht kennt. Aber ich konnte ihn schnell wieder fokussieren“, erzählte Feli im EQWO.net-Interview. Dann ertönte die Startglocke.


Felicita Simoncics WM-Debüt: Der Ritt im Detail
Der erste Eindruck: 1A! Felicita Simoncic sitzt ausbalanciert und tief im Pferd, Four Legends zeigt ein tolles Seitenbild mit offener Ganasche und einem unter den Schwerpunkt schwingenden Hinterbein. Die ersten Trabverstärkungen gelingen im Gleichmaß mit viel Ausdruck, auch die Trabtraversalen gelingen. Beim Halten vergaß Fipsi das linke Hinterbein, das Rückwärtsrichten war diagonal und flüssig. Die erste Piaffe legte die Wienerin anfangs noch im Vorwärts an, beendete sie jedoch schön am Punkt. Der Übergang zur Passage gelang leicht.
Die nächsten Piaffen waren alle auf der Stelle und im Takt, die Kruppe senkte sich. Übergang Passage – Galopp: Check! Die vor einigen Monaten noch hektischen Serienwechsel gelangen ebenfalls. Die Zweierwechsel gleichmäßig und ruhig, die Einerwechsel startete das Paar ein wenig spät, es ging sich aber nach hinten raus gut aus. Das Geheimnis verriet Felicita Simoncic im Nachgang: „Üben, üben, üben. Ich habe sie zu Hause ohne Steigbügel einhändig geritten, um mental loslassen zu können und mich sicher zu fühlen. Langsam glaube ich, dass ich weiß, wie es geht!“


Wenn man etwas kritisieren möchte: Die Zick-Zack-Traversalen im Galopp hätten vielleicht noch kreuzender sein können. Die Pirouetten wieder „on the spot“, mit viel Lastaufnahme und Durchsprung. In der letzten Trabverstärkung nahm Felicita Simoncic mehr Risiko und ließ noch mehr Rahmenerweiterung zu – mega! Die Schlusslinie zeichnete die ganze Prüfung aus: harmonisch, unaufgeregt, konzentriert. Alle fünf Richter vergaben über 70 %! Mit einem Gesamtergebnis von 70,730 % scorten die beiden nicht nur ihre persönliche Bestleistung, sondern übernahmen nach neun Starter sogar die Zwischenführung.




Heute Nachmittag (15:00 Uhr) geht mit Ulrike Prunthaller (ST) die zweite österreichische Team-Reiterin an den Start. Sie stellt die 14-jährige Trakehnerstute Fleur vor. Wir drücken die Daumen!
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