Aachen: Para-Dressurreiter:innen verpassen Einzel-Medaillen
Paradressur – Schade! Die österreichischen Paradressur-Reiter:innen verpassten in Aachen die ersten WM-Einzelmedaillen. Julia Sciancalepore (K) und Heinrich IV. scorten als bestes rot-weiß-rotes Duo über 70 % und platzierten sich in den Top-Ten.
Die „Paras“ bestreiten bei der Weltmeisterschaften die Prüfungen im Dressurstadion, wo letzte Woche noch voltigiert wurde. Der OEPS stellt wie in den anderen Sparten mit Julia Sciancalepore (K), Pepo Puch (ST) – beide Grade I – Thomas Haller (OÖ/Grade III) und Julia Mitterhuemer (OÖ/Grade IV) ein vollständiges Team.
Anders als in der Dressur, starten die Paradressur-Reiter:innen mit dem Einzelbewerb. Es folgt der Teambewerb, bevor in der Musikkür der besten acht Paare die zweiten Einzelmedaillen vergeben werden.
Thomas Haller bestreitet in Aachen zwölftes Championat
Die Paradressur-WM wurde mit Startnummer eins im ersten Bewerb vom zwölffachen Championats-Teilnehmer Thomas Haller (OÖ) eröffnet! eröffnen. Mit seiner jungen Stute Haller’s Hermine, die er erst seit acht Monaten reitet, zeigte sich der Routinier zufrieden, mit der Bewertung hingegen weniger. Zwischen 61 und 66,3 Prozent schwankten die Noten, am Ende standen 63,7 Prozent und Platz 15 für das österreichische Paar zu Buche:
„Naturgemäß ist es so, dass sich die Richter beim ersten Ritt nicht einig sind. Ich habe sehr, sehr gute Noten und einige sehr schlechte Noten bekommen. So ist der Dressursport. Aber es macht mir Riesenspaß hier.“

Über 70 % für Julia Sciancalepore & „Heini“
Rundum glücklich mit ihrem Ritt war Julia Sciancalepore in Grade I. Die Kärntnerin zeigte im Sattel ihres 14-jährigen Routiniers Heinrich IV eine harmonische Runde, die die Richterinnen und Richter mit 70,417 % und Rang neun im 20-köpfigen Teilnehmerfeld belohnten. Und es ist noch Luft nach oben! Denn Heini trabte einmal kurz an:
„Wieder über 70 % passt gut! Heini kennt Aachen nach der Quarantäne vor Tokio und dem Turnier im Frühjahr schon gut, ich hoffe, dass wir uns wie so oft am Turnier steigern können!“

Pepo Puch mit durchwachsenem Grade I-Championatsdebüt
Für den zweifachen Paralympics-Sieger Pepo Puch (ST) war es das erste Championat in Grade I. Trotz der kurzen Umstellungszeit – er wurde erst im Mai umgeschrieben – konnte er eine exakt gerittene Runde zeigen. Nun gilt es den enormen Schritt seines Royale Choice besser zu managen:
„Er taucht mir leider immer wieder ab, da er einen sehr großen Schritt hat. Den Schritt unten locker aber aktiv zu halten, und zeitgleich oben Spannung zu behalten ist eine Aufgabe. Da müssen wir noch besser arbeiten.“ 67,833 % bedeuteten Rang 14 für das österreichische Duo.
WM-Debüt für Julia Mitterhuemer
Am zweiten Tag stand Grade IV am Programm und damit das WM-Debüt von Julia Mitterhuemer (OÖ) und ihrer erst siebenjährigen AWÖ-Stute Showgirl – übrigens selbst gezogen! Die beiden erhielten 63,417 % und platzierten sich in Grade IV an 19. Stelle.
„Wir hatten einige blöde Fehler noch drinnen, aber die Aufregung hat sich Gott sei Dank in Grenzen gehalten. Showgirl hat so gekämpft für mich, ich bin unglaublich stolz und dankbar, hier einreiten zu dürfen.“

Vorschau: Teambewerb und Kür
Freitag und Samstag finden die Team-Bewerbe statt. Haller, Sciancalepore und Puch sind an Tag eins an der Reihe, Mitterhuemer folgt am zweiten Tag.
Die im Durchschnitt aus beiden Bewerben besten acht Paare in jedem Grade, qualifizieren sich für die finale Musikkür am Sonntag. Die besten Chancen für eine Teilnahme hat Julia Sciancalepore – Daumen drücken!
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