WM-Aus für Österreichs Springreit-Team
Springreiten – Die Weltmeisterschaft in Aachen endet für Österreichs Springreit-Equipe enttäuschend. Mit insgesamt 36,14 Punkten belegte das Team von Equipe-Chefin Angelika May Rang 24 und verpasste damit deutlich den Einzug in das Finale der besten zehn Nationen. Auch das Einzelfinale wird ohne rot-weiß-rote Beteiligung über die Bühne gehen: Max Kühner (T), Katharina Rhomberg (V) und Felix Koller (OÖ) blieben nach Fehlern ohne Finalchance. Bianca Babanitz (B) zog ihren Start nach der gestrigen Disqualifikation zurück.
In der heutigen ersten Nationenpreis-Runde über 1,65 Meter blieben insgesamt 49 Paare fehlerfrei. Deutschland behauptete mit einer beeindruckenden Bilanz die Führung: Sieben der bislang acht Ritte endeten ohne Springfehler. Im Rennen um Einzelgold liegen unter anderem Scott Brash (GBR), Sophie Hinners (GER), Steve Guerdat (SUI) und Daniel Deusser (GER) innerhalb nur eines Strafpunktes.

Bereits im Zeitspringen hatten die beiden österreichischen Routiniers Max Kühner (T) und Katharina Rhomberg (V) die Erwartungen nicht erfüllen können. Und Bianca Babanitz‘ I Will Be Famous kam mit den schwierigen Bedingungen bei starkem Regen nicht zurecht. Einzig Felix Koller blieb fehlerfrei und rangierte zwischenzeitlich auf Platz 24 (>> EQWO.net berichtete).
So ging Österreich mit 12,14 Punkten am Konto in den Nationenpreis. Rechnerisch war noch alles möglich: Die Top Ten und damit die Qualifikation für das Teamfinale am Freitagabend unter Flutlicht waren nur einen Abwurf entfernt. Die Startreihenfolge in der 1,65 Meter hohen Fehler-Zeit-Prüfung blieb unverändert: Kühner, Rhomberg, Koller und Babanitz.
Max Kühner vom Pech verfolgt
Wie bereits im Zeitspringen mussten Max Kühner und sein 13-jähriger, in Irland gezogener Wallach Cooley Jump The Q zwei Abwürfe hinnehmen – beide Male denkbar unglücklich.
„Er ist toll gesprungen, und ich hatte vor den Sprüngen genügend Ruhe. Über dem Sprung fehlte dann offenbar manchmal die letzte Konzentration, wenn seine Aufmerksamkeit in diesem Moment woanders lag. Ich hätte nicht viel anders machen können, aber am Ende ist man als Reiter immer verantwortlich“, resümierte Kühner. „Cooley wären die kommenden Tage mit technisch anspruchsvolleren Linien und den Wassergräben vermutlich sogar noch mehr entgegengekommen.“
Mit insgesamt 13,36 Punkten verpasste der Olympia-Siebte das Einzelfinale der besten 60.
„Ich bin mit recht offenen Erwartungen hierhergekommen. Cooley bewegt sich immer zwischen Genie und Wahnsinn. Nach unserem dritten Platz in Dinard zwei Wochen vor der WM hatte ich aber Hoffnung geschöpft“, erzählte Kühner im Gespräch mit EQWO.net.
Seine anderen Spitzenpferde seien für dieses Championat nicht infrage gekommen: „Viele fragen mich, warum ich nicht Jacco (Anmk: Up Too Jacco Blue) mitgenommen habe. Aber Jacco liegen Rasenplätze nicht hundertprozentig, und auch mit Wassergräben fühlt er sich nicht wohl.“
Kühners Olympiapartner Elektric Blue erholt sich unterdessen von einer Operation. „Ich hatte gehofft, dass ich mit Blue nach Aachen kommen kann. Aber er hat sich beim Springen nicht so angefühlt, wie ich es von ihm kannte. Mittlerweile haben wir herausgefunden, woran es lag, und er wurde bereits operiert. Ich hoffe, dass wir Anfang des Jahres wieder einsteigen können.“
Katharina Rhomberg beste Österreicherin
Katharina Rhomberg und ihr elfjähriger Westfalen-Wallach Colestus Cambridge standen als zweites österreichisches Paar bereits unter Zugzwang, um die Chance auf das Teamfinale zu wahren. Doch auch bei ihnen fiel eine Stange.
Mit einem Gesamtergebnis von 8,74 Punkten belegte Rhomberg als beste Österreicherin Rang 67. Damit verpasste sie das Einzelfinale der besten 60 nur knapp.

Felix Koller nach drei Abwürfen enttäuscht
Nach seiner starken Nullrunde im Zeitspringen musste Felix Koller mit Cossinelle im Teamspringen drei Abwürfe hinnehmen. Der WM-Debütant fiel dadurch mit insgesamt 14,04 Punkten deutlich aus den Top 60.

Bianca Babanitz verzichtet auf den Start
Bianca Babanitz und der 13-jährige I Will Be Famous hätten als letztes österreichisches Paar an den Start gehen sollen. Bereits das Zeitspringen war für die beiden nach starkem Regen und zwei Verweigerungen mit einer Disqualifikation zu Ende gegangen.
Beim Abreiten für den Nationenpreis entschied Babanitz schließlich, auf einen Start zu verzichten.: „I Will Be Famous hat sich für Bianca im Trab nicht gut angefühlt. In Abstimmung mit dem Teamtierarzt hat sie ihren Start zurückgezogen“, erklärte Equipe-Chefin Angelika May.
Auf das Ergebnis des österreichischen Teams hatte diese Entscheidung keinen Einfluss mehr: Die Top Ten und damit der Einzug in das Teamfinale waren zu diesem Zeitpunkt bereits außer Reichweite.
Angelika May: „Wir haben uns ein anderes Ergebnis gewünscht“
Elite Sport Managerin und Equipe-Chefin Angelika May zog im EQWO.net-Gespräch wie folgt Resümee:
„Wir hatten gehofft das Finale der besten zehn zu erreichen. Das haben wir leider nicht geschafft. Es war nicht anzunehmen, dass Max und Kathi mehrere Fehler unterlaufen. Felix hat sich gestern selber übertroffen, aber es passiert eben schnell. Dieses Ergebnis wünscht sich natürlich niemand. Die EM kommendes Jahr in Waregem ist unsere große Chance auf die Olympia-Qualifikation und darauf müssen jetzt die Anstrengungen gerichtet sein.“
Nächstes Highlight für das österreichische Springreit-Team: Das EEF Nationenpreis-Finale in Avenches. An den Start gehen werden Gerfried Puck (T) auf Naxcel, Kathi Rhomberg auf Cuma, Bianca Babanitz mit Dakato und Christoph Obernauer mit Kleon’s Renegade.

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Dieser Text wurde von EQUESTRIAN WORLDWIDE – EQWO.net verfasst und ist keine Pressemitteilung. Das Kopieren des Text- und Bildmaterials ist nicht gestattet.