91,907 %: Lottie Fry krönt sich zur „Queen of Aachen“
Dressur – Vor 35.000 Dressurfans im Aachener Hauptstadion kürte sich Charlotte Fry (GBR) wie schon 2022 in Herning zur Doppel-Weltmeisterin. Glamourdale präsentierte sich in der Grand Prix Musikkür so gut wie nie zuvor und flog mit 91,907 % zum Sieg vor Cathrine Laudrup-Dufour (DEN) auf Mount St John Freestyle – ihr achtes (!) Einzelsilber – und Lokalmatadorin Isabell Werth (GER) auf Wendy de Fontaine. Doppel-Europameister Justin Verboomen (BEL) ging wie schon im Grand Prix Special leer aus.
Stimmungsbild Weltmeisterschaft, Aachen 2026: Henri Ruoste (FIN) eröffnete die Grand Prix Musikkür bei Flutlicht am Samstag Abend (15.8.) ab 19 Uhr in der Aachener Soers. Das Stadion war von Anfang an gefühlt bis auf den letzten Platz gefüllt. Und spätestens als ein gleißend roter Sonnenball über dem Stadion unterging, war auch der oder die letzte Zuseher:in der 35.000 Anwesenden von der Magie des Abends gefangen. Zu kitschig? Vielleicht, war aber so.
Im ersten Block beeindruckte Dinja van Liere (NED) auf ihrem erst neunjährigen Mauro Turfhorst N.O.P. mit 79 %. Da kam auch Lokalmatador Frederic Wandres (BEL/76,246 %) auf Bluetooth OLD nicht heran. Nach einer 14-minütigen Pause eröffneten Sandra Sysojeva (POL) und Maxima Bella den zweiten Block mit der ersten 80er Note! Becky Moody (GBR) und Jagerbomb sorgten für das erste Highlight des Abends: Nach einem verhaltenen Grand Prix und einem stark verbesserten Grand Prix Special, erschien „Bomb“ endlich angekommen zu sein: 87,479 % und ein begeistertes Publikum.
Verboomen eröffnet Kampf um die Medaillen
Dann war es endlich so weit: Der dritte Block und damit der heißt erwartete Kampf um die Medaillen. Justin Verboomen (BEL) kam im Sattel von Zonik Plus als erster an die Reihe. Nach seinem gelungenen Ritt reckte er die Hände gen Himmel, die schnell wieder gen Boden zeigten, als die Noten eintrudelten und klar wurde, das wird eng, denn die drei „Queens of Dressage“ kommen erst: 88,439 %.
Es folgte das Weltmeisterpaar aus dem Grand Prix Special. Lottie Fry’s Musikkür zum Thema „Glamourdale Airlines“, mit Musik rund ums Fliegen, dürfte allen Anwesenden bereits bekannt sein. Das tat der Begeisterung aber keinen Abbruch, ganz im Gegenteil. Der starke Galopp erhielt erneut eine Durchschnitts-Note von 9,9. Die artistischen Noten reichten von 97,200 bis 99,000 %. Technisch vergaben die Richter:innen für die fehlerfreie Leistung 84,250 bis 86,000 % – Gesamt 91,907 % und eine Ansage an Cathrine Laudrup-Dufour und Isabell Werth.
Die Dänin war als nächstes dran. Mount St John Freestyles neue Kür zur „Never gonna stop us now“ gefiel, auch wenn sie im Vergleich mit Glammys oder Wendys Kür weniger zum Mitsingen einlädt. Cathrine Dufour pilotierte ihre 17-jährige Stute heute fehlerfrei zum Schlussgruß, die Richter:innen vergaben 91,236 %. Das bedeutete die erneute Silbermedaille, übrigens die achte (!) ihrer Karriere. Dieses Mal verpasste Cathrine erstes Einzel-Gold um 0,671 %.
Carl Hester (GBR) präsentierte Fame in einer tollen Form, kam an seine Vorgängerinnen mit 82,304 % aber nicht heran. Dann last but not least: Die Lokalmatadorin, die Rekordreiterin, Isabell Werth. Zu „Oh Wendy“ (eigentlich „Oh Mandy“) piaffierte die DWB-Stute metronom-artig durch die Kür. Aber: die Wechseltouren waren erneut fehlerhaft, dieses Mal die Zweierwechsel. 88,650 % und die Bronzemedaille! Justin Verboomen hatte mit 0,211 % das Nachsehen.
Stimmen von Fry, Dufour & Werth
Lottie Fry (91,907 %): „Glammy in dieser Atmosphäre reiten zu dürfen ist das beste Gefühl aller Zeiten. Es war während meinem Ritt unglaublich laut, Glammy hat es geliebt! Es war der beste Ritt meines Lebens. Damals in Herning hat er alle überrascht und es war unglaublich aufregend, dieses Mal ist es für unser Team vielleicht noch wichtiger, weil es ein riesiges Commitment ist, dass das Team so lange alles gibt.“

Cathrine Laudrup-Dufour (91,236 %): „Gestern hat es sich angefühlt, als hätte ich Gold verloren, heute habe ich Silber gewonnen. Die Athmosphäre war heute wie ich sie noch nie erlebt habe. Free hat heute keinen Fuß falsch gesetzt, es war der Ritt meines Lebens. Die EM in Dänemark wird es schwer haben nächstes Jahr bei der EM – aber ich habe ein paar Ideen!“

Isabell Werth (88,650 %): „Bei den Scores über 90 % gab es nur eine Richtung, Risiko und nach vorne. Wendy war in einer tollen Form, ja der kleine Fehler war ärgerlich, aber die Einerwechsel waren endlich gut, als schätze ich ich verdiene die Medaille“, sagte Isabell Werth schmunzelnd ,„ich denke die Kür heute hatte ein unglaubliches Niveau und es hätte nicht besser sein können.“

Die Dressur Weltmeisterschaft 2026 ist Geschichte! Morgen (Sonntag, 16.8.) stehen noch das Pas de Deux Finale, der Voltigier Nationenpreis und das finale Springen der Vielseitigkeits-Reiter:innen auf dem Programm, bevor Sonntag Abend die Ställe mit Spring-, Paradressur- und Fahrpferden für Woche zwei gefüllt werden!
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