Neue OEPS-Führung zieht nach 50 Tagen positive Bilanz & erntet Kritik
Pferdesportverband – 50 Tage nach der Wahl des neuen Direktoriums unter Präsident Herbert Gugganig zieht der Österreichische Pferdesportverband (OEPS) eine erste Zwischenbilanz. Dafür erntet er Kritik von einem Landespräsidenten.
Auf der Website des OEPS wurde eine 50-Tage-Bilanz der neuen Verbandsführung veröffentlicht. Der Fokus läge hierbei darauf, „Rahmenbedingungen zu schaffen, die transparent nachvollziehbar und vor allem sportlich fair“ seien, so der neue Präsident Herbert Gugganig.
Spitzensport: Neue Bundesreferenten, Reformen und Fokus WM
Zu diesem Zwecke wurden Christian Steiner als Dressurreferent und Sabine Seeburger-Schranz als Springreferentin eingesetzt. Die beiden setzten mitten in der Saison 2026 einige Änderungen durch. So wurden bei der Dressur die Sichtungskriterien stark vereinfacht (EQWO.net berichtete) und den Springreiter:innen wurde die Zwei-Ergebnis-Regel völlig erlassen. Im März hatte die alte Verbandsführung die Ausnahme auch für B-Kaderreiter:innen aufgehoben.
In den kommenden Wochen soll der Fokus ganz auf den Weltmeisterschaften in Aachen liegen. Österreich wird von 11. bis 23. August in allen sechs Disziplinen (Dressur, Springen, Vielseitigkeit, Voltigieren, Fahren, Paradressur) vertreten sein und laut Bericht in den meisten Bewerben Teams stellen.
In der Bilanz wird weiters angedeutet, dass „sich bereits zahlreiche Reiterinnen und Reiter gemeldet hätten, die künftig wieder für Österreich starten möchten.“ Namen wurden dabei noch keine genannt. Außerdem soll in einer geplanten Veranstaltersitzung der Turnierkalender optimiert werden und ehemalige Turnierveranstalter wieder für den Sport gewonnen werden.
Nachwuchs-/Breitensport: Talente-Team soll weiter ausgebaut & ein Reitschulreferat eingerichtet werden
Der OEPS will weiters das Talente-Team-Konzept ausbauen und gemeinsam – wenn gewünscht – mit den Landesverbänden weiterentwickeln. Zusätzlich soll ein eigenes Reitschulreferat eingerichtet werden, um Reitschulen gezielt zu unterstützen. „Ohne Reitschulen gibt es keinen Nachwuchs und ohne Nachwuchs keinen Spitzensport“, wird OEPS-Vizepräsident Dr. Leopold Erasimus zitiert.
Zentrale Aufgabe: „Wirtschaftliche Sanierung“ des Verbandes
Gemeinsam mit Vertreter:innen aus Politik, Wirtschaftskammer und Landwirtschaftskammer will der OEPS ab sofort an Verbesserungen für die Pferdewirtschaft arbeiten. Dafür sei für 1. Oktober ein sogenanntes Spitzentreffen geplant. Dort soll eine langfristige Strategie für den Pferdestandort Österreich entwickelt werden.
Besonders dringlich die finanzielle Lage des Verbandes. In den Jahren 2024 und 2025 ist laut OEPS-Bilanz ein kumuliertes Defizit von mehr als 500.000 Euro (2024: 276.301 Euro, 2025: 233.025 Euro) vorhanden. Zusätzlich habe der Verband einen Liquiditätsverlust von rund 1,2 Millionen Euro verzeichnet. Ohne Gegenmaßnahmen könnte das Defizit 2026 auf bis zu 350.000 Euro anwachsen, so die Verbands-Führung.
Schatzmeister Gerhard Buchinger kündigt „umfassende Konsolidierungsmaßnahmen“ an: „Unser Ziel ist klar: Der OEPS soll wirtschaftlich solide aufgestellt werden und spätestens 2027 wieder eine ausgeglichene Bilanz vorweisen.“
>> Hier geht es zur vollständigen Bilanz des OEPS
Kritik aus den eigenen Reihen
Der Oberösterreichische Landespräsident und Präsidiums-Mitglied Richard Kriechbaumer reagiert mit einem kritischen Statement und spricht von „50 Tagen PR statt 50 Tage Bilanz“. Darin heißt es weiters:
„Die neue Führung des Österreichischen Pferdesportverbandes feiert sich nach nur 50 Tagen im Amt mit einer Erfolgsgeschichte, die einer näheren Überprüfung nicht standhält. Wer die Presseaussendung liest, gewinnt den Eindruck, als seien zahlreiche Reformen bereits umgesetzt, sportliche Erfolge erzielt und wirtschaftliche Probleme erstmals erkannt worden. Tatsächlich werden Ankündigungen als Ergebnisse verkauft, bestehende Strukturen als Innovationen präsentiert und Leistungen der vergangenen Jahre kurzerhand der neuen Führung zugeschrieben. Eine ehrliche Bilanz sieht anders aus.“
Anbei das vollständige Statement:
Weiterführende Links:
>> OEPS Meldung
>> OEPS-Wahl: Herbert Gugganig löst Elisabeth Max-Theurer ab
>> OEPS statt AHI? Christian Steiner soll neuer Dressurreferent werden
>> OEPS: Sabine Schranz ist wieder Springreferentin
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