Nächster Doping-Fall auf Körung: Westfalen-Prämienhengst v. Escamillo – Besitzer mit Stellungnahme

Westfälische Hengstkörung 2021 | Zucht | Doping

Nächster Doping-Fall auf Körung: Westfalen-Prämienhengst v. Escamillo – Besitzer mit Stellungnahme

Zucht – Nach Holstein und Hannover muss auch Westfalen eine positive Medikationskontrolle des Escamillo-Veneno-Sohns (Kat.-Nr. 12) vermelden. Der Prämienhengst war positiv auf das Medikament Fluphenazin getestet worden, der Aussteller und Besitzer Tobias Schult kann eine Bestätigung des Tierarztes vorlegen, dass es sich um eine Verwechslung bei der Verabreichung des Medikaments handelt.


Quelle: Facebook/ Nadine Heinrich

Der Hengst mit der Katalognummer 12 (Escamillo – Veneno) beeindruckte in Westfalen Ende November mit viel Takt und tolle Oberlinie. „Escaneno“ blieb nach seiner Auszeichnung als Prämienhengst im Besitz seiner Züchter, der Familie Schult, die schon den Hannoverhengst des Jahres 2021 Fidertanz gezogen hatten. Am Klosterhof Medingen hatte er nun seine Ausbildung begonnen und beeindruckte bei der gestrigen Hengstschau.

Die Karriere als Deckhengst muss jedoch noch warten, aufgrund einer positiven Medikation auf der Körung, wurde das Körurteil zurückgenommen. Gemäß der Satzung, darf er jedoch drei Monate danach erneut antreten.

Das Westfälischen Pferdestambuchs veröffentlichte eine Stellungnahme:

„[…] Wie in jedem Jahr wurden im Westfälischen Pferdezentrum alle 55 Hengste, die ein positives Körurteil erhalten hatten, routinemäßig einer Medikationskontrolle unterzogen. Hier ergab sich bei oben genanntem Hengst ein positiver Befund des dopingrelevanten Wirkstoffes Fluphenazin. Dieser Befund wurde durch die Analyse der B-Probe bestätigt. [..]“

Stellungnahme des Besitzers
Der Züchter und Besitzer Tobias Schult bestätigte via Facebook, dass es bei der Medikation zu einer Verwechslung mit einem anderen Escamillo-Nachkommen kam, der unter Stresskoliken litt:

„Bei diesem Medikament handelt es sich um ein zentral wirksames Beruhigungsmittel, welches Escaneno nach Aussage unsere Stationstierarztes Dr. med. vet. Wolfgang Göbel offenbar irrtümlicherweise durch ihn verabreicht wurde. Die Recherche seiner Behandlungsunterlagen und Patientenkarte ergab, dass lediglich bei einer singulären Anwendung von Fluphenanzin am 02. 11. 2021 bei einem anderen Junghengst als Escaneno ein entsprechender Eintrag gefunden werden konnte. Hierbei handelt es sich ebenfalls um einen Escamillo-Sohn. Dieser litt unter Magengeschwüren und Stresskoliken. In dieser Zeit befanden sich rund zehn Escamillo-Söhne zur Körungsvorbereitung in unserem Stall. Nach seiner Aussage ist die Verwechslung dieser beiden Escamillo-Nachkommen die einzige plausible Erklärung, wie das Medikament in den Hengst Escaneno gelangt sein kann.“

Der Wirkstoff Fluphenazin
gilt als Beruhigungsmittel und Psychopharmaka der Humanmedizin und wurde im Pferdesport durch den Doping-Skandal von Isabell Werth`s Whisper bekannt, der die Medikation gegen das „Shivering Syndrom“ erhielt.

Nach Vaderland, der nun in den Niederlanden wirkt, dem Siegerhengst Dynamic Dream sowie Darling’s Dream, die Andreas Helgstrand erwarb und ein Sohn des For Final (Landgestüt Warendorf), ist es der fünfte Hengst in Westfalen der positiv auf eine Medikation getestet wurde.

Weiterführende Links:
>> Stellungnahme Westfalen
>> Klosterhof Medingen: Escaneno
>> Tobias Schult Facebook

Dieser Text wurde von EQUESTRIAN WORLDWIDE – EQWO.net verfasst. Das Kopieren des Text- und Bildmaterials ist nicht gestattet.