KI statt echter Gänsehautmomente? Aachen-WM-Video sorgt für Kritik in der Reitsportszene
Pferdesport – 100 Tage vor Beginn der Weltmeisterschaft in Aachen wollte der Veranstalter offenbar einen emotionalen Countdown-Moment schaffen — doch stattdessen sorgt ein KI-generiertes Promo-Video aktuell für heftige Diskussionen in der internationalen Reitsportszene.
Im Video zu sehen: Pferde im Springparcours, im Gelände, vor der Kutsche und im Dressurviereck — allerdings ausschließlich ohne Reiter:innen. An einer Stelle sitzt stattdessen ein Shetlandpony auf einem Großpferd. Die Bewegungen der Tiere wirken teils anatomisch falsch und erinnern deutlich an typische KI-generierte Sequenzen.
Viele Zuschauer:innen reagierten irritiert oder enttäuscht. Denn gerade im Pferdesport gilt die Verbindung zwischen Mensch und Pferd als zentraler Kern der Disziplinen — emotional, sportlich und historisch. Genau diese Beziehung fehlt in dem Clip fast vollständig.
Dabei haben offenbar nur wenige das Video bis zum Ende angesehen: Dort wird aufgelöst, dass die Szenen den „Traum eines Pferdes“ darstellen sollen. Dennoch bleibt die Kritik bestehen. Denn für viele Fans wirkt die Kampagne wie ein Bruch mit den Werten, für die Aachen seit Jahrzehnten steht: Authentizität, echte Emotionen und ikonische sportliche Momente.
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Mehr InformationenViel Kritik auf Social Media
Besonders auf Social Media fiel die Reaktion deutlich aus. Unter dem Video sammelten sich zahlreiche kritische Kommentare:
„Das ist wirklich unglaublich schade. Einer der beeindruckendsten, schönsten und geschichtsträchtigsten Austragungsorte der Welt, an dem einige der außergewöhnlichsten sportlichen Momente stattgefunden haben — und die auch gefilmt wurden! — und stattdessen bekommen wir sinnlose KI-Bilder. Das ist eine schlechte Darstellung unseres Sports, den wir lieben, und des Veranstaltungsortes, den wir verehren. Außerdem ist es extrem schlecht für die Umwelt — etwas, das direkte Auswirkungen auf Reiter:innen und ihre Pferde haben wird. Wir sind auf Grünflächen und natürliche Ressourcen angewiesen, um diesen Sport auszuüben; für mich ergibt es überhaupt keinen Sinn, zu ihrem Niedergang im Namen von Social-Media-Content beizutragen. Ich liebe Aachen so sehr und ich weiß, dass Aachen besser ist als das. Ich hoffe, ihr denkt eure Kampagnen für diese Weltmeisterschaft noch einmal neu: Lasst den Sport und euren wunderschönen, geschichtsträchtigen Austragungsort für sich sprechen. Das ist so viel besser.“
@tillyberendt
„Es ist zutiefst enttäuschend zu sehen, dass eine so prestigeträchtige Institution wie der CHIO Aachen — das buchstäbliche Mekka des Pferdesports — für seine Werbung auf KI-generierte Bilder zurückgreift. Aachen ist ein Ort, der vielleicht mehr atemberaubende echte Aufnahmen liefert als jeder andere Veranstaltungsort der Welt. Indem man künstliche Bilder der authentischen Schönheit des Sports vorzieht, verlieren wir genau die Seele, die diesen Wettbewerb legendär macht. In einer Zeit voller Künstlichkeit sollte die größte Pferdesportveranstaltung der Welt der letzte Ort sein, an dem Authentizität geopfert wird.“
@andychansel
„Ich finde das so respektlos gegenüber den Reitern und ihren echten Emotionen … und gegenüber den Künstlern, die diese Emotionen mit ihren Kameras einfangen. Habt ihr Angst vor schlechten Kommentaren, weil irgendjemand irgendwo wieder Tierquälerei sehen könnte? Tja — jetzt gibt es ausschließlich negative Kommentare für wirklich ganz schlechtes Marketing für DIE Veranstaltung des Jahres. Gut gemacht …“
@lauragoetsch
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Weiterführende Links:
>> Aachen 2026 Website
>> Big dreams deserve a big stage: 100 days to go before the FEI World Championships Aachen 2026!
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