Schönbrunn: 377 Boxen, zwei Wochen und ein ehrgeiziger Zeitplan
Wien – Von 24. bis 27. September 2026 wird der Ehrenhof von Schloss Schönbrunn wieder zum internationalen Schauplatz des Pferdesports. Doch bevor die ersten Pferde einziehen, laufen die Vorbereitungen längst auf Hochtouren. Für die zweite Ausgabe der Longines Global Champions Tour Vienna wird das Turniergelände erneut komplett aufgebaut – und die Dimensionen sind beeindruckend. EQWO.net hat einen exklusiven Einblick hinter die Kulissen und auf die Startlisten erhalten!
Wenn in wenigen Tagen die ersten Pferde im Ehrenhof von Schloss Schönbrunn einziehen, wirkt vieles selbstverständlich: perfekt verlegte Böden, hunderte Boxen, Strom und Wasser, Tribünen, Zelte, VIP-Bereiche und ein funktionierender Turnierbetrieb. Tatsächlich steckt dahinter ein logistisches Großprojekt, wie uns das Veranstalter-Duo Helmut Morbitzer und Sonja Klima, sowie Aufbau-Organisatorin Petra Neugebauer bei unserem Besuch in Wien-Hietzing zeigen.
Bereits seit Donnerstag den 10. September laufen die Aufbauarbeiten für die zweite Ausgabe der Longines Global Champions Tour Vienna. Rund zwei Wochen stehen für die Vorbereitung zur Verfügung. Und die Uhr tickt: Nur rund eine Woche nach dem letzten Bewerb muss das gesamte Gelände wieder zurückgebaut sein.
377 Boxen für die Pferde
Allein die Zahlen vermitteln einen Eindruck von der Größe des Events: 377 Pferdeboxen wurden in Schönbrunn aufgebaut. Denn nicht nur die Spring- & Dressurpferde müssen untergebracht werden. Die Stuten mit Fohlen für die Auktion und die Lipizzaner der Spanischen Hofreitschule werden in vergrößterten Boxen untergebracht. Dazu kommen die entsprechenden Versorgungswege, Strom- und Wasserleitungen sowie die Infrastruktur für Pferde, Reiter:innen, Pfleger:innen und Veranstalterteam.




Gerade die historischen Gegebenheiten des Schlossareals machen den Aufbau zur besonderen Herausforderung. Es darf beispielsweise nichts einfach in den Boden vernagelt werden. Alles muss mit Gewichten beschwert werden.
„Unsere größte Herausforderung sind die langen Wege. Strom, Wasser – alles muss über etliche hundert Meter verlegt werden.“, erzählt uns Zelt-Spezialistin Petra Neugebauer.
Die Dimensionen des Zeltbaus sind beachtlich: Für das große Zelt kamen alleine 15 LKWs zum Einsatz. Hinzu kommen Zäune, Tribünen, Böden und die gesamte technische Infrastruktur. Mehrere hundert Mitarbeiter:innen sind tagtäglich vor Ort.
Ein Turnierplatz mit besonderen Anforderungen
„Wir haben an uns selbst die höchsten Anforderungen“, erklärt Veranstalter Helmut Morbitzer im Gespräch mit EQWO.net. Gemeint sind damit nicht nur die sportlichen Standards, sondern vor allem auch die besonderen Rahmenbedingungen des Austragungsortes. Denn ein internationaler Fünf-Sterne-Parcours mitten im Ehrenhof von Schloss Schönbrunn ist kein gewöhnlicher Turnierplatz.
Dass ein Turnier dieser Größenordnung überhaupt mitten in Wien stattfinden kann, ist das Ergebnis zahlreicher Partnerschaften und behördlicher Zusammenarbeit. Besonders wichtig ist dabei auch die Zusammenarbeit mit der MA 36, die für die Veranstaltungsorganisation eine zentrale Rolle spielt: „Ohne der MA 36 geht gar nichts“, fasst es Helmut Morbitzer zusammen, „Die Zusammenarbeit mit der Stadt Wien ist super! Wir halten uns strengstens an alle Auflagen und dafür wird uns in einigen Dingen entgegen gekommen.“




Vetcheck in der Schönbrunner Allee
Neu ist unter anderem der Vetcheck: Dieser findet 2026 auf einer eigenen Bahn in der Allee statt. Damit soll der tierärztliche Check ruhiger und besser organisiert ablaufen.
Für die Pferde gibt es außerdem zwei Abreiteplätze, die gegenüber dem Vorjahr nochmals vergrößert wurden.
Auch die Tribünen wachsen
Nicht nur hinter den Kulissen wurde nach der Premiere nachjustiert. Auch für die Zuschauer gibt es einige Veränderungen.
Der VIP-Bereich wurde erweitert und bietet nun Platz für mehr als 1.000 Gäste. Durch Glasgeländer soll gleichzeitig der Blick auf den Sport verbessert werden. Auch die Tribünen wurden qualitativ weiterentwickelt und sollen besseren Schutz vor Regen bieten.
Einmalige Dressur-Kulisse für zwölf Reiter:innen
Auch sportlich wächst die LGCT Vienna 2026 weiter. Das Turnier umfasst neben dem internationalen Springsport erstmals auch eine CDI4*-Tour. Auf dem Programm stehen ein Grand-Prix und eine Grand-Prix-Kür.
EQWO.net hat exklusiv Einblick in die Startliste des Dressurturniers erhalten! Es kommen nicht nur die beiden zweifachen WM-Medaillengewinnerinnen Isabell Werth und Katha Hemmer , sondern auch Moritz Treffinger und Lisa Müller aus Deutschland, die Schweizerinnen Carla Aeberhart und Delia Eggenberger, Australierin Alanna Richards, Chris von Martels aus Kanada und Pammy Suphakamol Vuntanadit aus Thailand. Österreich stellt mit dem frischgebackenen Staatsmeister Peter Gmoser, sowie den Kaderreiter:innen Katharina Haas (OÖ) und Franziska Fries (NÖ) ebenfalls drei Reiter:innen.


Hoher Andrang für CSI5* & CSI2*-Bewerbe
Im Springen wird das Feld ebenfalls hochkarätig: Mit Max Kühner und Katharina Rhomberg sind auch Österreichs Aushängeschilder mit am Start.
„Ich habe vielen Reiter:innen leider absagen müssen. Der Andrang war enorm hoch und wir haben einen extrem knappen Zeitplan. Wir haben zweimal aufgestockt, das war für die FEI schon grenzwertig, aber meine Warteliste an Interessenten ist eine Woche vor dem Turnier immer noch sehr lang.“
Kindertag und Pferdesport für alle
Neben dem Spitzensport soll die Veranstaltung auch ein breiteres Publikum erreichen. Der Donnerstag steht unter anderem im Zeichen des Kindertags: Schulklassen von acht bis zwölf Jahren können das Turnier am Vormittag kostenlos besuchen. Auch hier sind die Kapazitäten schlussendlich begrenzt worden – nicht zuletzt, weil das Interesse groß ist.
Interesse? Es gibt noch Tickets für Donnerstag
Wer noch keine Tickets erwerben konnte oder spontan kommen möchte, hat am Donnerstag noch die Möglichkeit, Tageskarten vor Ort zu erwerben. Da findet auch die feierliche Eröffnung der weißen Lipizzaner-Hengste der Spanischen Hofreitschule statt.
Für Freitag bis Sonntag ist das Event hoffnungslos ausgebucht. Aber: Tagesbesucher:innen dürfen heuer kostenlos in das „Village“ und durch die Einkaufs-Stände bummeln.
Weiterführende Links:
>> LGCT Vienna
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>> Lipizzaner vor Schloss Schönbrunn: Der LGCT-Imagefilm ist da! + Bildergalerie
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