Pferd Bodensee 2026 – Das große EQWO.net Fazit
Messe – Mehr als 500 Aussteller, 41.000 Besucher und ein überraschend internationales Niveau – was EQWO.net Show- & Messe-Experte M.M. bei der Pferde Bodensee in Friedrichshafen erlebt hat, hat seine Erwartungen deutlich übertroffen. Mit Ex-Equitana-Chefin Christina Uetz an der Spitze bekommt die Pferdefachmesse spürbar neuen Schwung. Doch neben hochwertigem Angebot und neuem Showkonzept gab es auch klare Schwachstellen. Ein Bericht von M.M.
Seit 2004 findet alle zwei Jahre in Friedrichshafen/Deutschland die PPFERD BODENSEE statt. Wir waren erstmals in Friedrichshafen für EQWO.net vor Ort und wurden voll überrascht. Wir hatten doch berichtet, dass die ehemalige Projektleiterin der EQUITANA, Christina UETZ, von der Equitana zur Messe Friedrichshafen gewechselt war und so wollten wir die Messe, die so eine erfahrene Managerin an den Bodensee für ihre Fachmesse holten, kennenlernen.
Wer nun meint, dass es sich hierbei nur um eine regionale Messe handelt, der liegt genauso falsch wie ich. Die PFERD BODENSEE hat absolut die Berechtigung als internationale Pferdefachmesse anerkannt zu werden. Mehr als 500 Aussteller (was dieses Jahr auch Ausstellerrekord war) und knapp 41.000 Besucher:innen an drei Messetagen zeigten den Stellenwert, den diese Messe bei Pferdesportpublikum und dem demensprechenden Wirtschaftszweig hat. In Österreich würde man sagen „Neue Besen kehren gut“ – im Fall Uetz war das sicher der Fall, was einheitlich bestätigt wurde. Erst seit Oktober im Amt, konnte sie sich sehr schnell in Friedrichshafen einleben und das Organisationsteam bereichern.

Ursprünglich nur für die Messeprojektierung zuständig, musste sie dann auch im Dezember als Showdirektorin einspringen, da die ursprüngliche Verantwortliche Resi Dangel plötzlich ihren Job aufgab (und mit ihr die sicher schon geplanten Showunterlagen). Originalton UETZ: „Ich bin gut in Europa mit den Showgruppen vernetzt und habe einen Rundruf gestartet, wer verfügbar war. Das hat ganz gut geklappt.“
Neues Showkonzept, deutlich kürzer
Angenehm war, dass diesmal bei der zweistündigen Show auch eine Pause mit knapp 30 Minuten eingeplant war, so konnte man sich die Beine zwischen den Showblöcken vertreten oder auch etwas zu trinken bzw. essen holen. Früher waren die Show 3,5 Stunden und noch länger, was bei den Plastiksitzen auf den Tribünen sicher nicht so bequem war. Aber zur Show kommt noch ein eigener Bericht.
Neu war auch, dass in der großen Showhalle, die früher unter Dangel ausschließlich am Abend geöffnet war, nun auch ein Tagesprogramm wie Rassepräsentationen oder kleinere Showpunkte gezeigt werden konnten. Hier liegt noch großes Potential im Reitsand versteckt und es kann jetzt bereits verraten werden, dass dieses Tagesprogramm für 2028 ausgeweitet wird.
Pferde Bodensee – DIE MESSE
Ein einzigartiges Ambiente schafften die großen, mit Tageslicht durchfluteten Messehallen mit einer Dachkonstruktion aus Holz, die ein eigenes Flair hatten. Die Produktpallette war vielfältig und breit ausgesucht. Was jedoch wirklich gut war, es waren keine echte „Ramschläden“ auf der Messe zu finden. Natürlich hatten die einzelnen Reitsportzubehörhändler ihre „Schnäppchen des Tages“ im Angebot, aber Qualität regierte vor Quantität, und das machte das breite Angebot umso
spannender. Von der neuesten Innovation beim Pferdeanhänger, bis hin zur mobilen Soleinhalationsanlage, oder den Pflegeprodukten direkt vom Hersteller, konnten die Besucher ihre Auswahl treffen.


Eine Institution schließt die Pforten
Seit knapp 40 Jahren fertigte Heinz-Thomas Seiler nahe dem Erzgebirge in seinem Unternehmen Reitbekleidung mit dem speziellen „Etwas“. Besucher:innen des Wiener Stadthallenturnieres ist die Fa. Look.Ri deshalb bekannt, wurde die gesamte große Quadrille von 52 Reitern mit Maßhosen aus dieser Firma ausgestattet. Die Aufschrift LOOK.RI stand immer für Qualität und Zuverlässlichkeit, doch nun werden die Pforten der Firma geschlossen.
Die Gründe sind trotz Rekordumsätzen einfach erklärt: „Es gibt keinen Nachfolger, der die Firma übernehmen möchte, ich finde keine Näherinnen mehr für die Produktion und die Schweizer Firma, die immer Qualitätsstoffe lieferte wurde von einer Chinesischen Firma aufgekauft und liefert keine Qualitätsstoffe mehr.“ So Seiler im O-Ton. Wir sagen DANKE an Heinz-Thomas SEILER und seine liebe Ehegattin, die seit Jahrzehnten auf den deutschsprachigen Messen in Europa anzutreffen waren.

Essens-Angebot und öffentliche Anbindung vertragen Verbesserungen
Natürlich gab es auch einige Schwachpunkte wie bei jeder Großveranstaltung. Die Essensstände waren viel zu klein dimensioniert und auch zu wenige in der Anzahl, obwohl das Freigelände ein wahres Streetfoodfestival an Foodtrucks zugelassen hätte. Meterlange Warteschlangen und Wartezeiten bis zu 30 Minuten, bis man etwas bestellen konnte waren daher die Folge. Ebenso, dass lange vor Messeende bereits die meisten Stände leer verkauft waren und nur mehr „Pommes“ im Angebot hatten.
Ebenso die Zubringer bzw. Anbindung an das öffentliche Busnetz vor allem nach Ende der Show gegen 22.30 Uhr und später, gehört im Verkehrskonzept neu überdacht. Auch war man ein Glückskind, wenn man nach Abendshow-Ende durch Zufall ein Taxi fand, um vom Messegelände zu seinem Hotel fahren zu können. Es wartet also doch auch noch einiges an Arbeit auf die neue Projektleiterin der Pferd Bodensee und wir freuen uns bereits jetzt auf die neue Messe von 18.– 20.02.2028 in Friedrichshafen.
Weiterführende Links:
>> Pferde Bodensee
>> EQUITANA 2025 – Das große EQWO.net-Fazit
Dieser Text wurde von EQUESTRIAN WORLDWIDE – EQWO.net verfasst und ist KEINE Pressemitteilung. Das Kopieren des Text- und Bildmaterials ist nicht gestattet.