Peter Gmoser ist zum dritten Mal Österreichischer Staatsmeister
Dressur – Die Österreichischen Staatsmeisterschaften 2026 sind Geschichte. Zum dritten Mal sicherte sich Peter Gmoser (B) den Titel – zum zweiten Mal mit seiner WM-Stute Dante’s Daiquiri. Julia Sciancalepore (V) und Heinrich IV. verteidigten am RC Auhof in Fernitz-Mellach (ST) ihren Para-Staatsmeistertitel aus dem Vorjahr. Insgesamt wurden neun Titel von den Children bis zur Großen Tour vergeben. Ein Wermutstropfen: In der Großen Tour waren lediglich sechs Reiter-Pferd-Paare am Start. Das qualitativ hochkarätigste Starterfeld gab es in der Kleinen Tour.
Zwei österreichische Staatsmeistertitel – in der Großen Tour und im Para-Dressursport – sowie sieben Meistertitel in den Klassen Children, Jugend, Pony, Junioren, Junge Reiter, U25 und Kleine Tour wurden am 5. und 6. September 2026 in Fernitz-Mellach (ST) vergeben. Austragungsort war die Anlage des steirischen Dressurreferenten Ludwig Hoffmann. Parallel zu den Einzelmeisterschaften fanden die Bundesländermannschaftsmeisterschaften statt.
Gmoser erneut Staatsmeister – mit Dante’s Daiquiri
In der Großen Tour gingen insgesamt sechs Reiter-Pferd-Paare an den Start. Drei davon waren entweder noch nie oder bereits seit Jahren nicht mehr international am Start. Nur Peter Gmoser, Franziska Fries und Astrid Neumayer waren 2026 mit ihren Sportpartnern Dante’s Daiquiri, Sunny Time und Pramwaldhof’s Bamboo bei einem CDI vertreten.
Peter Gmoser (B) war zudem der einzige WM-Teilnehmer vor Ort. Der Burgenländer konnte beide Teilbewerbe – Grand Prix und Grand Prix Kür – für sich entscheiden und sicherte sich damit souverän seinen dritten Staatsmeistertitel.
Wie schon in Aachen stellte Gmoser seine Hannoveraner-Stute Dante’s Daiquiri vor. Im Grand Prix wurde das Paar mit 69,920 % bewertet und feierte damit den Tagessieg vor Astrid Neumayer (OÖ) mit Pramwaldhof’s Bamboo, die auf 69,260 % kam.
In der Kür legte Gmoser mit einer teilweise neuen Musikkür noch einmal nach und erhielt 73,050 %. Für Astrid Neumayer war die Prüfung hingegen vorzeitig beendet: Bamboo hatte sich bereits vor dem Läuten die Zunge über das Gebiss gezogen. Die mehrfache Championatsreiterin hatte keine Möglichkeit mehr, dies zu korrigieren, und verzichtete auf ein Beenden der Prüfung.
Damit sicherte sich Gmoser den Titel am Ende quasi kampflos mit mehr als 2,5 Prozentpunkten Vorsprung.




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„Das Ziel war, sie entspannt zu haben“
Sein Ziel nach dem unglücklichen WM-Start vor drei Wochen war vor allem eines: eine ruhige Runde hinzulegen. Das gelang zum Teil. Dante’s Daiquiri zeigte in den Prüfungen zwar immer wieder Spannungsmomente, für Gmoser fühlte sich seine Stute insgesamt jedoch deutlich „gechillter“ an:
„Es war mir wichtig, dass sie die Spannung aus Aachen nicht mitgenommen hat. Deswegen bin ich hergekommen. Das Ziel war nicht, viel Ausdruck reinzureiten, sondern sie entspannt und sogar etwas faul in der Prüfung zu haben. Normalerweise versucht man sein Pferd mehr „an“ zu machen, dass ist bei ihr nicht notwendig, da sie sehr ehrgeizig ist.“
Silber für Martin Hauptmann
Silber ging an den Steirer Martin Hauptmann (ST) mit seinem elfjährigen AWÖ-Wallach Quantum Glück. Der Quantensprung-Sohn wurde von Isabella Willibald gezogen und ging 2022 als Siebenjähriger bei der Weltmeisterschaft der jungen Dressurpferde an den Start. In der Großen Tour waren Hauptmann und Quantum Glück bislang noch nicht international am Start.
Der ÖSTM-Grand-Prix gelang dem Paar mit 67,400 % – Rang drei. In der Kür präsentierte Hauptmann den Zwei österreichische Staatsmeistertitel – in der Großen Tour und im Para-Dressursport – sowie sieben Meistertitel in den Klassen Children, Jugend, Pony, Junioren, Junge Reiter, U25 und Kleine Tour wurden am 5. und 6. September 2026 in Fernitz-Mellach (ST) vergeben. Austragungsort war die Anlage des steirischen Dressurreferenten Ludwig Hoffmann. Parallel zu den Einzelmeisterschaften fanden die Bundesländermannschaftsmeisterschaften statt.

Julia Pucher holt Bronze
Über Bronze durfte überraschend Julia Pucher (ST) mit ihrem 16-jährigen Sir Weinberg jubeln. Die beiden bestritten 2020 ihr erstes internationales Turnier und gaben 2024 ihr Debüt in der Königsklasse. Seit zwei Jahren verzichtete die Steirerin allerdings auf internationale Starts.
In Fernitz-Mellach scorten Pucher und Sir Weinberg 65,540 % im Grand Prix und 70,650 % in der Kür und komplettierten damit das Podium.

Pech für Fries und Neumayer
Pech hatte nach Astrid Neumayer auch Franziska Fries. Die Niederösterreicherin war mit ihrem Sunny Time etwas vor der Musik und entschied sich in der Galopppirouette, einmal mehr zu drehen.
Ein Fehler, der in der Allgemeinen Klasse immer wieder für teure Verluste sorgt: Mehr als zwei Umdrehungen sind im Grand Prix nicht erlaubt. Das kostet nicht nur Punkte bei der Pirouette selbst, sondern wirkt sich auch auf die Choreografie und den Schwierigkeitsgrad aus.
Für Fries bedeutete das am Ende 67,220 % im Grand Prix und 63,905 % in der Kür – Rang vier.


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Platz fünf belegte Bernhard Affenberger. Der Steirer ist mit seinem Valmarron am RC Auhof zuhause und nutzte die Chance für einen Grand-Prix-Start bei den Staatsmeisterschaften. International sind die beiden ein unbeschriebenes Blatt. Im Grand Prix wurde das Paar mit glatten 65 % bewertet, für die Kür gab es 66,890 %.
Gmoser: „Ich war sehr überrascht“
Das kleine Starterfeld kommentierte Peter Gmoser im Anschluss so:
„Ich war sehr überrascht, dass ich der Einzige war, der hierhergekommen ist. Vielleicht wollten die anderen ihre Pferde noch schonen, aber es wäre für niemanden weit gewesen. Ich denke dennoch, dass wir guten Sport gesehen haben.“
Staatsmeisterschaft soll 2027 an Bedeutung gewinnen
Der designierte Generalsekretär des OEPS, Johannes Mayrhofer, bestätigte im EQWO.net-Gespräch, dass die Staatsmeisterschaft bereits im kommenden Jahr eine Rolle im Qualifikationsprozess für die Europameisterschaft 2027 spielen soll. Deshalb wird sie 2027 bereits vor dem Sommer stattfinden.
Das könnte den Österreichischen Staatsmeisterschaften künftig wieder mehr sportliche Bedeutung und damit hoffentlich auch mehr Qualität und Konkurrenz in der Großen Tour bringen.
Julia Sciancalepore verteidigt Para-Staatsmeistertitel
Sieben heimische Para-Dressurreiterinnen gingen bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften in Fernitz-Mellach an den Start. Darunter auch zwei österreichische WM-Teilnehmerinnen: Titelverteidigerin Julia Sciancalepore (K) auf ihrem langjährigen Sportpartner Heinrich IV. und Julia Mitterhuemer (ST) mit Showgirl. Wie bei der Para-Staatsmeisterschaft üblich, treten Reiterinnen aus den unterschiedlichen Grades in einer gemeinsamen Wertung gegeneinander an.
Am Ende setzte sich die Favoritin durch: Paralympics-Teilnehmerin Julia Sciancalepore gewann mit ihrem „Heini“ beide Teilbewerbe mit 71,458 bzw. 73,850 % und verteidigte damit ihren Staatsmeistertitel aus dem Vorjahr! 2025 hatte sich die Kärntnerin in Kreuttal erstmals die Goldmedaille gesichert.

Überraschung Silber: Spielhofer bei Para-Premiere
Für eine Überraschung sorgte hingegen ein neues Gesicht auf dem Para-Podium. Yvonne Isabel Spielhofer (ST) vom Reithof Mellach ist eigentlich im Nachwuchsbereich der klassischen Dressur zuhause und bestritt in Fernitz ihre ersten Para-Staatsmeisterschaften.
Im Sattel ihrer Stute Daisy zeigte die Grade-V-Reiterin zwei starke Runden und sicherte sich mit 69,342 % im ersten Teilbewerb und 71,400 % in der Kür jeweils Rang zwei. Damit durfte Spielhofer bei ihrem Para-Meisterschaftsdebüt gleich über Silber jubeln.
Bronze ging an die WM-Debütantin Julia Mitterhuemer (ST) mit ihrer selbstgezogenen AWÖ-Stute Showgirl. Auch dieses Paar konnte in der Musikkür die 70-Prozent-Marke knacken.

Kleine Tour: Belinda Weinbauer zum vierten Mal in Folge Meisterin
Sportlich besonders hochkarätig besetzt war die Kleine Tour. In der Österreichischen Meisterschaft standen ein Prix St. Georges und eine Intermediaire I auf dem Programm. Insgesamt zwölf Reiter-Pferd-Paare stellten sich der Herausforderung. Darunter waren mit Belinda Weinbauer (B) und Christian Schumach (K) auch zwei Championatsreiter. Mit Nina Wagner, Florian E. Zimmermann (W) und Manuel Springhetti waren zudem drei weitere Berufsreiter am Start.
Das Feld überzeugte mit talentierten Pferden, erfahrenen Reitern und einem insgesamt hohen Niveau. Entsprechend spannend verlief auch der Kampf um den Meistertitel.


Zimmermann gewinnt den St. Georg
Den Prix St. Georges am Samstag entschied Florian E. Zimmermann mit deutlichem Vorsprung für sich. Der Bereiter der Spanischen Hofreitschule stellte den 15-jährigen DWB-Wallach Bonjour Majlund v. Bogegardens Boney M. vor. Das Paar hat bereits eine Bronze-Medaille aus der Kleinen Tour bei Österreichischen Meisterschaften zuhause hängen.
Mit 72,193 % gewannen Zimmermann und Bonjour Majlund den ersten Teilbewerb souverän. Als einziges weiteres Paar knackten Belinda Weinbauer und Diamond of Eternity GV die 70-Prozent-Marke. Der zwölfjährige Diamond-Hit-Sohn erhielt 70,921 %.
Um Bronze entwickelte sich ein enger Kampf: Nina Wagner trat mit ihrem erst achtjährigen Indigo ANW an, der bereits bei einer Jungpferde-Weltmeisterschaft am Start war. Ex aequo mit Wagner wurde Manuel Springhetti mit Daladier bewertet.
Weinbauer dreht das Blatt in der Intermediaire I
In der finalen Intermediaire I schlug dann die Stunde von Belinda Weinbauer. Die routinierte Reiterin setzte sich mit Diamond of Eternity GV mit 72,105 % an die Spitze und sicherte sich damit den Österreichischen Meistertitel.
Für Weinbauer ist es bereits der vierte Kleine-Tour-Titel in Folge. Nachdem sie 2023, 2024 und 2025 bereits Gold gewonnen hatte, setzte sie ihre beeindruckende Erfolgsserie 2026 mit ihrem neuen Partner Diamond of Eternity GV fort. Insgesamt hält die Burgenländerin damit bei fünf Österreichischen Meistertiteln in der Kleinen Tour – ihr erster gelang bereits 2015.
Florian E. Zimmermann und Bonjour Majlund mussten hingegen einen Rückschlag hinnehmen. Der Wallach zeigte sich von einigen „Geistern“ beeindruckt und kam mit 69,298 % auf Rang zwei. Damit reichte es für Zimmermann in der Endabrechnung zur Silbermedaille.

Bronze ging an Nina Wagner. Mit Indigo ANW erhielt sie im St. Georg und in der Intermediaire I 69,825 bzw. 68,640 %. Manuel Springhetti belegte mit Daladier Rang vier.
Auf Rang fünf reihte sich Christian Schumach mit dem eindrucksvollen neunjährigen Quantensprung-Sohn Quibeau MJ ein. Für die beiden gab es 69,649 bzw. 68,289 %.
Auf den Rängen sechs und sieben folgten zwei U25-Reiterinnen: Fiona Kargl (OÖ) mit Dinay und Valerie Frey-Winkelbauer (W) mit Guinness.
Die weiteren österreichischen Meister:innen 2026
ÖM Children (U14): Nele Cordt (W) & Fauntleroy
ÖM Jugend (U15): Hannah-Katharina Dearing-Schumach (K) & Vezzosita
ÖM Pony (U16): Emma Smidek (NÖ) & Glueckskind WE
ÖM Junioren (U18): Fabian Hofer (V) & Zaharah
ÖM Junge Reiter (U21): Emilia Brandstätter (OÖ) & DSP Weena
ÖM U25: Fiona Spranz (NÖ) & Santiago






RC Auhof: Zum Jubiläum ein Doppel-Championat mit Herausforderungen
Ein besonderes Jubiläum und gleich mehrere große Aufgaben: Ludwig und Claudia Hoffmann richteten anlässlich des 50-jährigen Bestehens des RC Auhof die Österreichischen Staats- und Meisterschaften in Fernitz-Mellach aus. Auch wenn die Starterfelder in den ÖSTM- und ÖM-Bewerben teilweise überschaubar ausfielen, warteten auf die Veranstalter einige organisatorische Herausforderungen.
Denn kurzfristig kam neben den (Staats-)Meisterschaften auch die Bundesländermannschaftsmeisterschaft hinzu. Gleichzeitig bringt ein Para-Dressurturnier besondere Anforderungen mit sich: Die Para-Reiter benötigen bei einem Turnier eine eigene Abreitehalle, um optimale und faire Bedingungen für ihre Vorbereitung zu gewährleisten. All diese Anforderungen galt es auf der traditionellen Anlage mit nicht ganz einfachen Bedingungen des RC Auhof unter einen Hut zu bringen.
Auch das Wetter machte es den Veranstaltern nicht leicht. Das Meisterschaftswochenende zeigte sich von seiner wechselhaftesten Seite – von kräftigem Starkregen über kalten Nebel bis hin zu sommerlichen Nachmittagen war alles dabei. Die Anlage selbst präsentierte sich trotz der wechselnden Bedingungen gut gepflegt.
Für die steirischen Fans war ebenfalls gesorgt: Bar und Kantine boten Gelegenheit, sich zwischen den Prüfungen zu stärken und das Meisterschaftsgeschehen auch abseits des Vierecks zu verfolgen.



Prominenter Besuch zum Jubiläum
Auch prominenter Besuch stellte sich in Fernitz-Mellach ein. OEPS-Präsident Herbert Gugganig, der designierte Generalsekretär Johannes Mayrhofer sowie der ehemalige Generalsekretär DI Dietrich Sifkovits waren vor Ort und gratulierten Veranstalter Ludwig Hoffmann in ausführlichen Ansprachen zum Jubiläum und zur gelungenen Austragung der Meisterschaften.

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