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News aus der Trabrennzucht Moni Maker ist tot – Leider prolongierte sie in der Zucht den „Fluch der reichen Stuten”

  • Mai 7, 2014

trabrennzucht
News aus der Trabrennzucht
Moni Maker ist tot – Leider prolongierte sie in der Zucht den „Fluch der reichen Stuten”

Mit Moni Maker, die kürzlich nach einer Kolik-Operation mit 21 Jahren viel zu früh eingeschläfert werden musste, ist nicht nur die gewinnreichste Traberstute aller Zeiten dahingegangen, sondern auch die bislang letzte weibliche Gewinnerin des Prix d’Amérique sowie des Elitloppets (1999 bzw. 1998). Allein dies unterstreicht die Ausnahmestellung dieses Pferdes, das den Traberfreunden wahrlich in aller Welt Freude bereitete.

Die exterieurmäßig als Riesin zu bezeichnende Stute war stets auch Fixpunkt im amerikanischen Jungzirkel, der Gang gegen die Hengste im Hambletonian wurde jedoch vermieden und so gewann sie eben die Hambo-Oaks des Jahres 1996. Gezüchtet von David & Fredericka Caldwell in Kentucky, siegte die Speedy-Crown-Stute bei 105 Starts 67 Mal und verdiente 5.595.586 Dollar. Ihren Rekord von 1:09,7 über die Meile trabte sie im Nat Ray Trot des Jahres 2000. Moni Maker löste damit Peace Corps als gewinnreichste Stute aller Zeiten ab (beide Stuten waren mittelfristig das gewinnreichste Trabrennpferd aller Zeiten, bevor ein Phänomen namens Varenne auftauchte).

Moni Maker war vermutlich das außergewöhnlichste Trabrennpferd aller Zeiten. Sie strafte sämtliche Fachleute Lügen, die meinten, dass ein Hengst/Wallach stets die Oberhand gegen eine Stute behalten würde und lief im schwersten Trabrennen der Welt, dem Prix d’Amérique, ihren Konkurrenten einfach davon. Sie steckte jeden Rennverlauf weg, zermürbte ihre Konkurrenten im Elitloppet und zeigte dabei unbändigen Siegeswillen. Nicht die allerschnellste Beginnerin, zeigte sie auch im Nat Ray Trot den Hengsten, wo der Hammer hängt und verlor diese im Einlauf.

Eine wahre „Queen of Trotting”, wie sie in den USA tituliert wurde.

Moni Maker strafte auch jene Lügen, die behaupteten, dass der Königsmacher der modernen Traberzucht, Speedy Crown, kein adäquates Modell zeugen würde und ausschließlich junge Modehengste erfolgversprechend seien. Speedy Crown war 24 Jahre alt, als er Moni Maker zeugte, dies alles in einer Zeit, in der schon sein Urenkel Valley Victory die Traberzucht eroberte (und bis heute diesen Zweig, vor allem in den USA, aufrecht erhält).

Moni Maker galten in der Zucht natürlich berechtigte Hoffnungen. Als Tochter des ebenfalls mehr als ausgewiesenen Muttervaters Speedy Crown bzw. aus einer höchst produktiven Mutterlinie (Nelly v. Mambrino Sterley) stammend, wurde sie dann auch ausschließlich von Hochkarätern bzw. allen starken Linien der Zucht, namentlich von Valley Victory, Conway Hall, Self Possessed, Credit Winner, Chocolatier und Cantab Hall, bedeckt, verfehlte leider trotz durchaus schneller Nachkommen ihr eigenes Erbe um Meilen.

Und reiht sich damit in eine lange Reihe von Weltklasse-Stuten, die in der Zucht nicht entsprachen. Wir möchten an dieser Stelle auf die gewinnreichsten Traber aller Harness-Nationen verweisen, Gewinnreichste aller Länder, da stellt sich aus unterschiedlichen Gründen dar, dass die besten Stuten leider in der Zucht nicht das Erwartete brachten. Konnte man etwa bei den schwedischen Superstars wie Ina Scot und Queen L. dies aufgrund ihrer Mutterlinie auch nicht unbedingt erwarten, so sieht es bei den Amerikanerinnen doch anders aus bzw. bleibt rätselhaft.

Ein kurzer Blick auf das Hambletonian, die nach wie vor gültige Marschrichtung der amerikanischen Zucht wie auch weiterführend der europäischen. Seit 1926 ausgetragen, konnten gerade einmal 13 Stuten von 87 Siegern das Rennen für sich entscheiden, dies hauptsächlich in der Urzeit des Rennens. Man kann es drehen und wenden wie man will, es sind nur die Siegerinnen aus den klassischen US-Mutterlinien, wie etwa die des Jahres 1930, Hanover’s Bertha und ihre Linie der Medio, die der Zucht entsprechenden Auftrieb gaben. Womit wir etwa bei der letzten weiblichen Siegerin, Continentalvictory (1996) sind, die, wie Moni Maker, keinesfalls in der Zucht den Erwartungen entsprach.

Dasselbe möchte man über Peace Corps sagen, aus der weltbesten Mutterlinie abstammend, leider keine adäquaten Nachkommen zeugend, leider auch ihre Enkel bislang nicht.

Es bleibt also ein Phänomen, warum die weltbesten Stuten nicht in diesem Maße weitervererben. Es gibt unserer Meinung nach nur punktuelle Ausnahmen in direkter Linie wie etwa Kerry Way/Classical Way.

Moni Maker selbst, deren Dreiviertel-Bruder Awesome Goal für eine Dekade Hengste-Champion in Österreich war (Derby-Siegerin La Traviata, Akkon, etc.), bleibt jedenfalls dem Chronisten dieser Zeilen als beste Traberstute aller Zeiten in Erinnerung. Sie hat mit Sicherheit in jedem Herz, das für den Trabrennsport schlägt, einen fixen Platz.

Kommentar:

Nun zu der Frage, warum die erfolgreichsten Stuten in der Zucht versagt haben. Meine Theorie: sie besaßen zum einen zu viele männliche Hormone, d.h. sie waren keine Stuten im herkömmlichen Sinne. Ein Hengst hätte sich wahrscheinlich für „attraktive“ Stuten interessiert, nicht für Kraftmaschinen. Zum anderen, ihr Körper hat auf der Rennbahn zu viel Kraft gelassen. Die Gabe, ihre Fähigkeit an ihre Fohlen weiter zu geben hat durch das lange und harte Training gelitten. Scheint sich zu widersprechen, aber ich glaube an diese Theorie.

 

Weitere Infos unter www.trabrennzucht.at


Quelle: Pressemitteilung

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