LGCT veröffentlicht Fünf-Jahres-Plan zum Wohl der ägyptischen Arbeitspferde
Springreiten – Nach viel Kritik an der Austragung der Global Champions Tour in Kairo gibt es nun positive Nachrichten: Jan Tops und die Longines Global Champions Tour haben gemeinsam mit dem ägyptischen Reitsportverband und weiteren Partnern einen Fünfjahresplan angekündigt, um die Bedingungen für die Arbeitspferde vor Ort nachhaltig zu verbessern. Darüber hinaus haben Pfleger:innen und Futtermittel-Lieferanten nicht benötigte Ausrüstung, Futter und Heu für die Versorgung der Pferde zurückgelassen. Die Reiter:innen wollen weiters einen Teil der Preisgelder spenden.
Im Vorhinein der Global Champions Tour Etappe in Cairo gab es unendlich viel Kritik auf den sozialen Medien. Die Austragung eines High-End-Springturnieres, während wenige Meter weiter die Arbeitspferde verhungern, sei mehr als unpassend. Jetzt haben die beiden Faktoren gemeinsam (Turnier und öffentliche Kritik!) eine sehr positive Folge: Aufmerksamkeit.
Max Kühner (T) erzählte nach der Reise nach Cairo im EQWO.net-Gespräch: „Es war ein tolles Event, aber manchmal sieht man Dinge, die man sich so gar nicht vorstellen kann und das war dort der Umgang mit den Pferden. Vorallem mit den Pferden, die Touristen um die Pyramiden zu tragen. Die Haltung und die Pflege sind nicht akzeptabel aus unserer Sicht. Schön, dass die Global Tour jetzt etwas unternimmt. Wir haben Sachspenden mitgenommen und einiges da gelassen. Aber wir werden auch ein Teil unserer Preisgelder spenden, um dort zu helfen um die Missstände einzudämmen. Da gilt es jetzt herauszufinden wo das am sinnvollsten ist, wo die Pferde am meisten davon haben.“
An einem Strang für Ägyptens Touristen-Pferde: LGCT, Ägyptens Reitsportverband, Veterinärdienste & Tierschutzorganisation
Der ägyptische Reitsportverband (EEF), die Longines Global Champions Tour (LGCT) und weitere Partner wie die staatlichen Veterinärdienste (GOVS), die ägyptische Regierung, Orascom Pyramids und die internationale Tierschutzorganisation Brooke haben am 26. Oktober 2026 ein auf fünf Jahre angelegtes Tierschutzprogramm angekündigt. Ziel ist es, die Gesundheitsversorgung, Haltung und Arbeitsbedingungen von Arbeitspferden in der Region Gizeh nachhaltig zu verbessern.

700 Pferde im Fokus – Ausweitung auf 2.000 geplant
In einer ersten Phase sollen rund 700 Pferde von den Maßnahmen profitieren. Mittelfristig ist eine Ausweitung auf etwa 2.000 Tiere vorgesehen. Aufbauend auf bereits eingeführten Maßnahmen wie Registrierung, Mikrochip-Kennzeichnung, Impfungen und tierärztlichen Untersuchungen soll das neue Programm langfristige Verbesserungen ermöglichen.
Zu den geplanten Schwerpunkten zählen ein besserer Zugang zu Futter, Wasser, tierärztlicher Versorgung und notwendigen Medikamenten. Darüber hinaus sollen Pferdebesitzer und Betreuungspersonen durch Schulungen für eine verantwortungsvolle Haltung und Pflege sensibilisiert werden. Regelmäßige Kontrollen und klare Anforderungen an die Pferdehaltung sollen die Fortschritte langfristig absichern.
Auch die Finanzierung ist Teil des Vorhabens: Die beteiligten Organisationen wollen einen eigenen Finanzierungsmechanismus entwickeln. Neben finanziellen Beiträgen der Partner sollen auch Reiter, Pferdebesitzer, Sponsoren und die Öffentlichkeit die Möglichkeit erhalten, das Programm zu unterstützen.
Unabhängige Begleitung soll Fortschritte sichern
Mit Jenny Ellis, Europa-Repräsentantin der International Grooms Association (IGA), wurde eine unabhängige Vertreterin für die Begleitung des Programms bestellt. Sie bringt Erfahrung aus der Tierschutzarbeit in Kairo mit und soll dazu beitragen, dass die Maßnahmen auf konkrete Verbesserungen und überprüfbare Ergebnisse ausgerichtet bleiben.
„Pferdewohl ist ein grundlegender Bestandteil unseres Sports“, betont Jan Tops, Gründer und Präsident der Longines Global Champions Tour. Die Austragung internationalen Springsports in Kairo biete die Möglichkeit, über den sportlichen Wettbewerb hinaus einen positiven Beitrag zu leisten. Tops unterstreicht, dass nachhaltige Veränderungen Zeit benötigen und die LGCT den ägyptischen Verband dabei konstruktiv unterstützen wolle.
Auch Dr. Ismail Shaker, Präsident des ägyptischen Reitsportverbandes, sieht in der Initiative einen wichtigen Schritt. Durch die Zusammenarbeit von Behörden, Veterinärmediziner, Tierschutzorganisationen und der internationalen Reitsportgemeinschaft sollen bestehende Fortschritte ausgebaut und die Maßnahmen langfristig koordiniert werden.
Erste Hilfsmaßnahmen bereits eingeleitet
Neben dem langfristigen Programm wurden bereits erste praktische Schritte gesetzt. Nicht benötigtes Futter des LGCT-Partners Red Mills sowie Heu, das bei der Veranstaltung in Kairo übrig geblieben ist, soll über den ägyptischen Reitsportverband an Arbeitspferde verteilt werden. Auch anwesende Pferdepfleger haben angeboten, nicht mehr benötigte Ausrüstung und Veterinärmaterial zur Verfügung zu stellen. Die Verteilung soll nach entsprechenden Prüfungen und unter geeigneten Rahmenbedingungen erfolgen.
Der ägyptische Reitsportverband und die Global Champions Tour haben finanzielle Unterstützung für das Programm zugesagt. Ein eigener Spendenmechanismus soll darüber hinaus weitere Beiträge aus der Reitsportgemeinschaft und der Öffentlichkeit ermöglichen.
Weitere Details zur Organisation, Finanzierung und schrittweisen Umsetzung sollen bekannt gegeben werden, sobald die entsprechenden Pläne finalisiert sind.
Weiterführende Links:
>> GCT in Kairo: Wenn zwei Welten aufeinander treffen
>> LGCT Meldung
Dieser Text wurde von EQUESTRIAN WORLDWIDE – EQWO.net verfasst und ist keine Pressemitteilung. Das Kopieren des Text- und Bildmaterials ist nicht gestattet.