Dr. Constanze Zach: Im Einsatz für das Wohl der Pferde
Während bei den Weltmeisterschaften 2026 in Aachen sportliche Höchstleistungen und Medaillen im Mittelpunkt stehen, arbeitet Dr. Constanze Zach meist abseits der großen Kameras. Die österreichische Fachtierärztin für Pferde gehört zum Veterinärteam des Weltreiterverbandes FEI. Ihre Aufgabe ist nicht die Betreuung einer bestimmten Nationalmannschaft, sondern die unabhängige Kontrolle: Sie soll gemeinsam mit ihren Kolleg:innen sicherstellen, dass das Wohl der Pferde jederzeit Vorrang hat.
Die Weltmeisterschaften in Aachen von 10. bis 23. August 2026 brachte insgesamt 816 Sportpferde auf das Gelände in der Soers. Alle wurden vor ihren Auftritten tierärztlich überprüft. U.a. von einer österreichischen Tierärztin: Dr. Constanze Zach.
Die 67-jährige Wienerin ist nicht nur selbstständige Veterinärmedizinerin, Veterinär-Referentin des OEPS und ehemaliges Vorsitzende der veterinärmedizinischen Kommission der NADA, sondern bereits seit 35 Jahren FEI-Tierärztin. Sie betreute die österreichischen Paradressur-Reiter:innen auf Paralympischen Spielen und begleitete die Voltigierer:innen als Team-Tierärztin auf Championate.
Dieses Mal wurde sie einmal mehr von der FEI engagiert, um als unabhängige Tierärztin das Wohl der Pferde zu überprüfen.
To-Do’s einer FEI-Tierärztin: Vetcheck, Notfall-Hilfe & Dokumentation
In Aachen nimmt Constanze Zach als FEI-Tierärztin eine kontrollierende und vom unmittelbaren sportlichen Erfolg unabhängige Rolle ein. Die vorgeschriebenen Veterinärkontrollen – die sogenannten Vet-Checks oder Horse Inspections – werden von ihr und den weiteren Mitgliedern des Veterinärteams durchgeführt. Dabei wird beurteilt, ob ein Pferd gesundheitlich in der Lage ist, am Wettbewerb teilzunehmen. Entscheidend ist allein seine Wettkampftauglichkeit.
Die Verantwortung endet jedoch nicht nach der Eingangskontrolle. Das Veterinärteam beobachtet auch das Geschehen auf den Wettkampfplätzen und steht bei Zwischenfällen bereit. Als ein Pferd nach einem Vorfall im Springen abtransportiert werden musste, begleitete Zach den weiteren Ablauf. Sie war bei der Untersuchung dabei und verfolgte die Arbeit des behandelnden Tierarztes aus der kontrollierenden Perspektive der FEI. Die unmittelbare Behandlung liegt in solchen Situationen beim zuständigen Tierarzt; die FEI-Vertreter:innen achten darauf, dass das Pferd fachgerecht versorgt wird und alle erforderlichen Schritte nachvollziehbar bleiben.
In Aachen ist Constanze Zach speziell für die Paradressur-Pferde verantwortlich. Zwei weitere Kollegen für die Fahr- & Springpferde. Dabei besteht ein beträchtlicher Teil ihrer Tätigkeit aus Dokumentation: Kontrollen, Beobachtungen, medizinische Maßnahmen und besondere Vorkommnisse müssen genau festgehalten werden. Diese Aufzeichnungen schaffen Transparenz und bilden die Grundlage für mögliche weitere veterinärmedizinische oder sportrechtliche Entscheidungen.
Dass die FEI sie regelmäßig zu internationalen Großveranstaltungen einlädt, empfindet Zach als große Ehre. Dahinter stehen mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung als FEI-Tierärztin und eine klare berufliche Haltung für die Pferde.
In einem früheren Porträt bezeichnete sie sich sinngemäß als „Anwältin des Tieres“: Wenn die Interessen des Sports, der Besitzer und des Pferdes miteinander kollidieren, entscheidet sie für das Tier. In Aachen wird genau diese Haltung gebraucht – ruhig, gewissenhaft und konsequent, auch wenn die Tribünen längst den nächsten sportlichen Höhepunkt erwarten.
Über Dr. Constanze Zach
Zachs Weg in die Veterinärmedizin begann früh. Sie wuchs in einer Tierarztfamilie auf; beide Eltern waren Tierärzte. Schon als kleines Kind begleitete sie diese bei ihren Visiten. Nach dem Studium der Veterinärmedizin in Wien machte sie sich 1988 als Tierärztin selbstständig. Seit 1991 ist sie als FEI-Tierärztin tätig, 1996 erhielt sie die Anerkennung als Fachtierärztin für Pferde. Ebenfalls seit 1996 ist sie Veterinärreferentin des österreichischen Pferdesportverbandes OEPS beziehungsweise dessen Vorgängerorganisation.
In ihrer mobilen Pferdepraxis beschäftigt sich Zach unter anderem mit Notfällen, Orthopädie, Sportmedizin und Leistungsdiagnostik. Hinzu kommen zahlreiche Funktionen im organisierten Pferdesport: Sie arbeitete als Rennbahn- und Teamtierärztin, engagierte sich in der Ausbildung von Turniertierärzten und im Antidopingbereich und übernahm den veterinärmedizinischen Vorsitz in einer Kommission der österreichischen Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA. Außerdem war beziehungsweise ist sie in mehreren nationalen und internationalen Fachgremien zum Pferdewohl vertreten.
Weiterführende Links:
>> Website Tierarztpraxis Dr. Constanze Zach
>> Fachkongress Pferd
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