Österreichischer WM-Auftakt in Stadl-Paura + Teamvorstellung
Pressemeldung – Bevor es von 11. bis 23. August mit einem österreichischen Rekordaufgebot zur Weltmeisterschaft in Aachen geht, waren die Teilnehmer:innen aus Dressur, Springen, Vielseitigkeit, Paradressur, Voltigieren und Fahren zur offiziellen Einkleidung im Pferdezentrum Stadl-Paura geladen.
OEPS-Präsident Herbert Gugganig war beim Team-Auftakt persönlich vor Ort und wird die Sportler:innen auch in Aachen begleiten:
„Wir freuen uns sehr, dass Österreich in allen Weltmeisterschaftsdisziplinen vertreten ist. Dass wir beinahe 40 Athletinnen und Athleten entsenden können, zeigt die enorme Breite und Qualität des österreichischen Pferdesports. Unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer reisen mit großem Selbstvertrauen nach Aachen und werden dort alles daransetzen, ihre bestmöglichen Leistungen abzurufen“, sagte OEPS-Präsident Herbert Gugganig bei der offiziellen Teameinkleidung im Pferdezentrum Stadl-Paura am vergangenen Montag. „Besonders bedanken möchte ich mich bei Benno Hinteregger und der Firma Pikeur, die unsere gesamte Mannschaft mit einer hochwertigen Ausstattung ausgerüstet haben. Ein einheitlicher Auftritt stärkt auch den Teamgeist.“
Medaillen-Hoffnung Kathi Rhomberg führt Spring-Equipe an
Die jüngsten Erfolge auf internationalem Parkett geben dem österreichischen Springteam Rückenwind für die Weltmeisterschaften in Aachen. Vor allem Katharina Rhomberg befindet sich in der Form ihres Lebens.
Die Vorarlbergerin feierte heuer ihren ersten Fünf-Sterne-Sieg, holte ihren ersten Staatsmeistertitel und etablierte sich mit zahlreichen Spitzenleistungen in den Top-70 der Weltrangliste. „Die Erfolge der vergangenen Monate haben uns als Paar noch einmal bestärkt. Mit Colestus Cambridge habe ich einen außergewöhnlichen Partner an meiner Seite, der im Parcours immer mitdenkt und einfach alles für einen fehlerfreien Ritt gibt. Aachen ist im Reitsport etwas ganz Besonderes – und dass dort heuer eine Weltmeisterschaft stattfindet, macht dieses Erlebnis noch einmal einzigartiger“, sagt die 33-Jährige.

An Rhombergs Seite stehen Österreichs Nr. 1 Max Kühner, zuletzt Dritter im Rolex Grand Prix von Dinard, Bianca Babanitz, die bereits ihre zweite Weltmeisterschaft bestreitet, sowie Felix Koller, für den es das erste Championat in der Allgemeinen Klasse ist. Dominik Juffinger reist als Ersatzmann mit. „Wir wissen, was uns auf einer WM und speziell in Aachen erwartet. Aber die Reiter sind top motiviert und ebenso wie die Pferde gut vorbereitet. Wir werden alles geben, um das bestmögliche Ergebnis für das österreichische Team zu holen“, gibt Equipechefin Angelika May die Marschroute vor.
Dressur: Newcomer x Routiniers
Auch im Dressurteam verbindet Österreich Routine mit aufstrebendem Talent. Peter Gmoser tritt bereits sein elftes internationales Championat an, Weltcup-Finalistin Bettina Kendlbacher sammelte im vergangenen Jahr erste Championatserfahrung, während Ulrike Prunthaller und Felicita Simoncic ihre Premiere im heimischen Aufgebot feiern.
Für die erst 21-jährige Simoncic, aktuell Österreichs Beste der Weltrangliste (Platz 77) und jüngste österreichische Teilnehmerin bei einer Dressur-WM seit Victoria Max-Theurer im Jahr 2006, geht damit ein großer Traum in Erfüllung. „Vor einem Jahr sprach meine Trainerin Caro Kottas-Heldenberg erstmals davon, dass wir die Qualifikation für Aachen versuchen könnten. Damals erschien mir das völlig unrealistisch. Und doch stehe ich heute hier und kann es immer noch nicht glauben. Als ich von meiner Nominierung erfuhr, kamen mir sofort die Tränen. Es ist nach wie vor ein unbeschreibliches Gefühl.“

Para-Dressur: Neue Perspektiven
Mit Pepo Puch hat Österreich einen der erfolgreichsten Para-Dressurreiter der vergangenen Jahre in seinen Reihen. Seit 2014 gewann der Steirer bei Weltmeisterschaften fünf Silbermedaillen. In Aachen betritt Puch jedoch Neuland: Erstmals bestreitet er eine WM im für ihn noch ungewohnten Grade I. Reichlich Erfahrung auf diesem Terrain bringt Julia Sciancalepore mit, bei den Paralympics in Paris 2024 belegte sie in diesem Grade Platz fünf, bei der EM in Ermelo 2025 wurde es zweimal Rang sechs. Die Kärntner Heeressportlerin ist ebenso Teil des rot-weiß-roten Aufgebots wie Para-Pionier Thomas Haller (Grade III), der in Aachen sein Dutzend an Championatseinsätzen voll macht, sowie Julia Mitterhuemer (Grade IV), die in ihrer erst zweiten internationalen Saison direkt auf der größten Pferdesportbühne der Welt ihr WM-Debüt gibt.
Vielseitigkeit: Eingespieltes Team für Aachen
Nach dem hervorragenden fünften Platz bei der Europameisterschaft 2025 reist Österreichs
Vielseitigkeitsequipe mit einem eingespielten Aufgebot zur WM nach Aachen. Mit Lea Siegl, Harald Ambros und Katrin Khoddam-Hazrati setzt Bundesreferent Thomas Tesch auf jenes Trio, das bereits in Blenheim überzeugte. Komplettiert wird das Team durch Daniel Dunst, der nach drei Europameisterschaften nun seine WM-Premiere feiert.
Für Harald Ambros schließt sich in Aachen ein Kreis: Der Oberösterreicher ist einer von nur sechs Vielseitigkeitsreitern weltweit, die sowohl bei den Weltreiterspielen 2006 als auch bei den Weltmeisterschaften 2026 in der Soers an den Start gehen. Vor 20 Jahren gehörte auch Lea Siegls Vater Harald Siegl zum österreichischen Team. Das Quartett möchte an die Leistungen der vergangenen Saison anknüpfen und sich auf der anspruchsvollen WM-Strecke bestmöglich präsentieren.

Voltigieren: Medaillen im Visier
Im Voltigieren zählten Österreichs Athletinnen und Athleten in den vergangenen Jahren stets zu den Erfolgsgaranten. Erst Ende Juli sammelte der heimische Nachwuchs in Le Mans fünf EM-Medaillen. Auch wenn die Stärken traditionell vor allem im Junioren- und Young-Vaulters-Bereich liegen, reist die Auswahl von Bundesreferent und Equipechef Manfred Rebel mit ambitionierten Zielen zur WM: „Wir treten in Aachen mit unserer stärkstmöglichen Equipe an, mit unserem EM-Dritten Philip Clement verfügen wir über einen Medaillenkandidaten. Die größten Chancen sehe ich im Nationenbewerb. Wir sind bestens vorbereitet und gehen voll Zuversicht in dieses Championat“, so Rebel.
Vierspänner: Rückkehr als Mannschaft
Erstmals seit 2016 ist Österreich bei einer Weltmeisterschaft der Vierspänner wieder mit einer kompletten Mannschaft vertreten. Alexander Bösch, Erwin Gillinger, Wolfgang Binder und Daniel Schneiders wollen den zehnten Platz von damals übertreffen.
Vor allem Schneiders hat sich viel vorgenommen. Nach seinem Marathon-Sieg in Windsor peilt der EM- Fünfte des Vorjahres einen Top-Ten-Platz an. „Mit einer guten Dressur ist vielleicht sogar ein Platz unter den besten fünf möglich“, so der gelernte Hufschmied. Sein Teamkollege Alexander Bösch war in den vergangenen Jahren im Ein- und Zweispännersport ein Garant für internationale Topplatzierungen. Nun stellt sich der Vorarlberger in Aachen erstmals der Herausforderung Vierspänner-Weltmeisterschaft. Die starken Ergebnisse im Vorfeld geben Hoffnung, dass er auch in der Königsdisziplin des Fahrsports aufzeigen kann.
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