Lyon: Julien Épaillard schlägt Richard Vogel um drei Hundertstel
Springreiten – Ein Wimpernschlag entschied den Weltcup-Etappe von Lyon: Julien Épaillard (FRA) und Le Coultre de Muze sicherten sich den Heim-Sieg vor dem Weltranglistenersten Richard Vogel (GER). Die österreichische Springreiterin Katharina Rhomberg (V) verpasste mit einem Abwurf das Stechen.
Spannender hätte das Stechen kaum enden können: Bei der Weltcup-Etappe im Rahmen der Equita Lyon trennten die beiden schnellsten Reiter gerade einmal drei Hundertstelsekunden. Der Franzose Julien Épaillard setzte sich mit seinem Hengst Le Coultre de Muze in 38,17 Sekunden durch und verwies den deutschen Weltranglistenersten Richard Vogel mit Cloudio (38,20 Sekunden) auf Rang zwei. Platz drei ging an den Schweizer Edouard Schmitz mit Gamin van’t Naastveldhof.


14 Nullrunden im Grundumlauf
40 internationale Topreiter gingen am Sonntagnachmittag in der International Arena an den Start. Der spanische Parcoursdesigner Santiago Varela Ullastres hatte einen anspruchsvollen Kurs mit 14 Hindernissen und 17 Sprüngen vorbereitet. Das Zeitlimit lag bei 79 Sekunden.
14 Paare qualifizierten sich schließlich mit einer fehlerfreien Runde für das Stechen. Darunter waren fünf Reiterinnen und neun Reiter aus fünf Nationen. Einige prominente Namen fehlten allerdings in der Entscheidung: Der Vorjahressieger Olivier Perreau musste mit GL events*Dorai d’Aiguilly ebenso acht Fehlerpunkte hinnehmen wie Weltmeister Steve Guerdat mit Albfuehren’s Iashin Sitte. Auch die französischen Nachwuchshoffnungen Nina Mallevaey, Mégane Moissonnier und Antoine Ermann verpassten das Stechen.
Épaillard und Vogel liefern sich Hundertstelkrimi
Im Stechen wurde das Tempo von Runde zu Runde höher. Thibeau Spits (BEL) eröffnete mit Impress-K van’t Kattenheye*Z und einer weiteren Nullrunde in 41,50 Sekunden. Willem Greve (NED) und Party In de Hus verbesserten die Bestmarke auf 41,30 Sekunden.
Dann setzte Edouard Schmitz ein erstes Ausrufezeichen: Mit Gamin van’t Naastveldhof blieb der Schweizer erneut fehlerfrei und stoppte die Uhr bei 38,31 Sekunden. Eine Zeit, die bereits nach einem möglichen Podiumsplatz aussah.
Doch die beiden schnellsten Reiter des Stechens standen noch aus. Julien Épaillard, der den Parcours mit dem ehemaligen Pferd von Philippe Rozier absolvierte, legte eine rasante Nullrunde hin. Mit 38,17 Sekunden übernahm der Franzose die Führung und brachte das Publikum in Lyon zum Jubeln.


Le Coultre de Muze flog in Lyon allen davon. © PSV – J. Morel
Als letzter großer Herausforderer betrat Richard Vogel mit seinem Schimmelhengst Cloudio die Arena. Der Weltranglistenerste blieb ebenfalls fehlerfrei und kam Épaillard gefährlich nahe. Am Ende fehlten ihm jedoch drei Hundertstelsekunden zum Sieg. Mit 38,20 Sekunden wurde es Rang zwei. Ben Maher (GBR) und Point Break komplettierten mit 38,63 Sekunden die Top vier.
Épaillard bestätigt seine Stärke in Lyon
Für Julien Épaillard ist der Erfolg in Lyon ein weiterer Höhepunkt seiner bisherigen Bilanz bei diesem Turnier. Bereits 2022 hatte der Franzose den Weltcupbewerb gewonnen, 2023 und 2025 belegte er jeweils Rang zwei.
„Im Stechen war Le Coultre fantastisch“, erklärte Épaillard nach seinem Sieg. Ganz nach Plan sei seine Runde zwar nicht verlaufen, dennoch habe er an einigen Stellen das richtige Tempo gefunden. Der Sieg sei auch mit Blick auf die Weltcupsaison ein positives Signal: „Es ist immer gut zu sehen, dass wir konkurrenzfähig sind. Ich bin im Vorjahr Zweiter geworden. Dass wir weiterhin vorne mitmischen, gibt uns Grund zur Hoffnung auf eine gute Weltcupsaison.“
„Anfang der Woche habe ich mit Julien trainiert, damit er mir ein paar Tipps geben kann. Er hat mir zwar welche gegeben, aber scheinbar keine dazu, wie man schnell reitet!“
Auch Richard Vogel zeigte sich mit der Leistung seines Pferdes sehr zufrieden. Cloudio sei einmal mehr außergewöhnlich konstant gewesen. Der Deutsche hatte zwischen den Hindernissen allerdings eine Galoppsprung mehr eingeplant als sein Konkurrent. Mit einem Augenzwinkern scherzte er nach dem Stechen, dass ihm Épaillard zwar zu Wochenbeginn einige Trainingstipps gegeben habe – allerdings offenbar nicht, wie man besonders schnell reitet.


Für Edouard Schmitz war Rang drei ebenfalls ein Grund zur Freude. Er habe seine geplante Stechrunde exakt umsetzen können und sei stolz, so knapp hinter zwei Reitern wie Épaillard und Vogel zu liegen.
4 Fehlerpunkte für Kathi Rhomberg und Colestus Cambridge
Leider kein Stechen hieß es für Österreichs WM-Teilnehmerin Katharina Rhomberg (V) und ihrem Olympia-Pferd Colestus Cambridge. Die beiden mussten im Grunddurchgang einen Abwurf verbuchen und platzierten sich im Endklassement mit einer tollen Zeit auf Rang 17.
Als nächstes hat der Weltcup-Zirkus in Verona (ITA). Bereits kommendes Wochenende findet dort die dritte Etappe der Saison statt.
Die Spring-Weltcup-Stationen 2026/27
11. Oktober Oslo (NOR) – Max Kühner01. November Lyon (FRA) – Julien Epaillard
8. November Verona (ITA)
15. November Stuttgart (GER)
29. November Madrid (ESP)
06. Dezember A Coruña (ESP)
21. Dezember London – ExCEL (GBR)
30. Dezember Mechelen (BEL)
10. Jänner Basel (SUI)
17. Jänner Leipzig (GER)
31. Jänner Amsterdam (NED)
07. Februar Bordeaux (FRA)
07. März Helsinki (FIN)
24.-28. März FINALE Göteborg (SWE)
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