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EQWOserie HERZENSPFERDE: Veronika Greisberger träumt auch Jahre nach dem Tod von ihrem Filou

CM – Und weiter geht es mit unserer EQWOserie „Herzenspferde“ der EQWO Community! Jeden Mittwoch stellen wir die besonderen Pferde unserer Leser vor, die ihr Leben bereichert haben. Veronika Greisbergers erste Antwort auf unser Facebook-Posting war: „JEDER Reiter hat irgendwann ein Herzenspferd!“

Veronika Greisberger und ihr Herzenspferd Mon Filou. © Veronika Greisberger
Veronika Greisberger und ihr Herzenspferd Mon Filou. © Veronika Greisberger

Veronikas und Filous Geschichte begann im Jahr 1986. Filou kam als Schulpferd in den Reitverein RC Grödig. Veronika war gerade einmal zwölf Jahre alt. Er war von Anfang an ein Pferd für Anfänger, er absolvierte viele Longe-Stunden und im Bahnunterricht war er fast immer das Schlusslicht, da er so gemütlich war. „Für mich war er von Anfang an etwas sehr Besonderes. Wann immer es ging schaute ich, dass ich ihn in Reitstunden zugeteilt bekam.“, erinnert sich Veronika.

Ein nicht ganz unproblematischer Pferdekauf
Vier Jahre später wurde er aus dem Schulunterricht gekauft und Veronika durfte ihn als Reitbeteiligung weiterhin reiten. Die neue Besitzerin kam mit seiner „Ruhe“ nicht zurecht und Veronika übernahm ihn komplett zur Miete. Am 5. März 1991 kam dann die große Überraschung: Die Eltern von Veronika schenkten ihr ihren Filou! Der Verkauf verlief aber nicht ganz einfach: „Was wir nicht wussten war, dass Filou gleich doppelt verkauft worden war. Ich fuhr mit meiner Mutter in den Reitstall und sah einen Pferdehänger. Mein Filou, der nicht in Hänger steigen wollte, stand bereits sediert davor. Ich sprang aus dem fahrenden Auto und nahm ihn dem Herren aus der Hand. Erst nach ein paar Nachverhandlungen gehörter er dann wirklich mir!“

„Mit Filou konnte man alles machen: Ausreiten, Springen, ohne Sattel und Zaumzeug reiten, in der Bahn reiten oder einfach nur die gemeinsame Zeit genießen.“ Bald fingen Veronika und Filou an mit einer Spaßgruppe zu voltigieren. Es zeigte sich schnell, dass Filou damit den größten Spaß hatte. Eine Zusammenarbeit mit Asa Denk und ihrer Voltigiergruppe wurde gestartet und im Jahr 1993 ging Filou auf sein erstes Voltigierturnier in Wels.

Schicksalsschlag für die 17-jährige Veronika
Im selben Jahr bekam die damals erst 17-jährige Veronika eine erschreckende Diagnose: Ein bösartiger Tumor am linken Oberschenkel/Hüfte wurde festgestellt. Es folgten viele Therapien und einige Operationen. Veronika erinnert sich noch an ihre erste Frage nach der Diagnose: „Wann kann ich wieder reiten?“ Trotz der schwierigen körperlichen Verfassung fuhr Veronika täglich in den Stall. „Manchmal bezirzte ich den Rettungsfahrer, mich nicht nach Hause sondern in den Stall zu fahren. Meist war ich erfolgreich! Wenn ich eine Stunde zum Putzen brauchte, weil ich einfach leer war, stand Filou auch eine Stunde still. Wenn wir zum Putzplatz gingen, passte er sich meinem Schneckentempo an. Ich glaube, er hätte mich getragen, wenn es möglich gewesen wäre. Er war einfach immer für mich da!“

Erfolgreicher Kampf gegen den Tumor
1994 durfte Veronika dann endlich wieder aufs Pferd. Der erste Start bei einem CVI in Ebreichsdorf war ein echter Meilenstein. Mit ihren Lehrmeistern Karl und Karin Alber vom UVRV Braunau nahmen Veronika und Mon Filou, wie er als Turnierpferd hieß, an einigen Championaten teil: Bei der EM in Saumur 1995, bei der WM in Kaposvar 1996, der EM in Aachen 1998, den WEG in Rom 1998 und der WM in Mannheim im Jahr 2000 – Filou präsentierte sich immer von seiner besten Seite und schaffte den Weg ins Finale.

Ein Lehrmeister auch für Klein und Groß
„Filou wußte auch mit ganz kleinen Voltigierern umzugehen. Er lehrte einigen das Longieren, er konnte fast in Zeitlupe galoppieren und ermöglichte so Neulingen ihren ersten Aufgang im Galopp. Er drehte geduldig Runde um Runde. Den heutigen Weltmeistern ermöglichte er es, ihren ersten Salto vom Pferd zu schaffen.“

Am Turnier selbst war er immer große Klasse, der Weg dorthin war jedoch oft sehr spannend: „Wir wussten nicht, ob wir überhaupt zum Turnier kommen würden – Filou stieg anfangs einfach nicht in den Hänger ein. Ein Freund hatte zum Glück einen Hänger, bei dem das Dach komplett abgenommen werden konnte. So stieg er problemlos ein. Zu fünft hoben wir das Dach dann wieder über ihn auf den Hänger. Das war ihm dann völlig egal.“

Auch beim Reiten war Filou ein wahrer Lehrmeister. Jedes Kind trug er geduldig auf seinem Rücken. „Wenn jemand jedoch etwas reiten konnte packte er all sein Wissen aus, um dem Reiter zu zeigen was er alles NICHT konnte.“

„Mein „Hasi“, wie ich ihn oft nannte, lief bis zu seinem letzten Tag im Training. Mit 25 Jahren mussten wir ihn aufgrund einer schweren Kolik gehen lassen. Jeder der ihn kannte erinnert sich noch heute an ihn. Er war ein echter Sir, ein richtiger Herr Professor, einfach ein ganz besonderes Pferd. Auch heute, elf Jahre nach seinem Tod, träume ich noch oft von ihm!“

Unsere Serie geht weiter… am nächsten Mittwoch erzählt Martina Almesberger von ihrem Überraschungsbaby Josy.

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