EM-Debütant Fabian Hofer im Portrait
Dressur – Er ist 18 Jahre alt, war eigentlich Leistungsturner und auf dem besten Wege seine erste internationale Saison im Sattel mit einer erfolgreichen Europameisterschafts-Teilnahme zu krönen: Fabian Hofer (V) sprach im EQWO.net-Gespräch über seine Beginne im Sattel einer Haflingerstute, die reiterliche Zukunft und seinen Zugang zum Leistungssport Reiten.
Fabian Hofer betrat 2026 für die meisten völlig überraschend die internationale Dressurbühne. Dass der Vorarlberger heute im Sattel unterwegs ist, war ihm nicht in die Wiege gelegt – auch wenn sein Opa als Haflingerzüchter durchaus Pferdeblut in die Familie brachte. Der 18-Jährige, der aktuell die HTL Dornbirn besucht, war acht Jahre lang Leistungs-Kunstturner im Landeskader, bevor ihn ausgerechnet die Corona-Pandemie 2020 zum ersten Mal aufs Pferd brachte. 2021 begann er schließlich richtig zu reiten – anfangs noch parallel zum Turnen. Die Entscheidung fiel ihm am Ende nicht schwer: „Turnen hat mir immer weniger Spaß gemacht“, erinnert sich Hofer, während die Faszination für den Pferdesport stetig wuchs.

Seine ersten eigenen Pferde waren die dreijährige Haflingerstute Fanfare und, ab Jänner 2022, ein Schimmel mit Springabstammung namens Cellini, mit dem er Reiter-Pass und Nadel absolvierte. Es folgten erste (Dressur-)Turniere, zunächst lizenzfrei bis zur Klasse L. Dabei zeigte sich schnell, wohin die Reise gehen sollte: Die Dressur sagte ihm dabei deutlich mehr zu als das Springen. Begleitet wurde er dabei zunächst von Trainer Heinz Busen, 2024 übernahm der ehemalige Gut Muraunberg und Spanische Hofreitschulen-Bereiter Clemens Werner das Training des ehrgeizigen Rookies. Ende 2025 stießen mit Christian Schumach und Stephanie Dearing zwei international erfahrene Reiter:innen zum Trainerteam hinzu.
Einen weiteren entscheidenden Schritt in seiner Ausbildung verdankt Hofer dem „Quäntchen Glück“ im Jahr 2024: Ein 15-jähriger Quaterback-Nachkomme mit demselben Namen brachte ihm als Lehrmeister alles bei, was der Vorarlberger heute kann: „Ich bin unglaublich dankbar, von einem Pferd wie Quäntchen lernen zu dürfen. Er ist recht heiß, aber die Lektionen sitzen und er hat mir alles beigebracht, was ich heute kann!“
Zaharah: der Glücksgriff für die Zukunft
Im Vorjahr wuchs dann der Wunsch nach einem eigenen Nachwuchspferd mit Perspektive. Fündig wurde Hofer mit Zaharah v. Zoom x Bordeaux, einer Stute, die vom österreichischen Grand-Prix-Reiter Christian Landertinger ausgebildet worden war und eigentlich gar nicht unbedingt zum Verkauf stand.
Nach mehreren Tagen Proberitt war die Entscheidung dennoch gefallen: Als Siebenjährige zog Zaharah dann nach Vorarlberg: „Zaharah ist ein unglaublich schlaues Pferd. Sie braucht aufgrund ihres noch jungen Alters noch Unterstützung in der Prüfung, aber alles neue merkt sie sich unglaublich schnell. Wir haben uns bewusst dagegen entschieden Zaharah schon weiter auszubilden und haben uns bis zur Europameisterschaft auf die Lektionen der Klasse M konzentriert. Im Winter wollen wir die Lektionen der Klasse S angehen.“, erzählte Fabian Hofer, der in Olomouc erst seine elfte M-Dressur bestritt.


Auf dem Weg zur ersten Europameisterschaft
Mit dem ersten CDI im Jahr 2026 nahm Hofers internationale Karriere richtig Fahrt auf – mit starken Ergebnissen empfahl er sich dann sogar für die Europameisterschaft und darf in seinem ersten und letzten Junioren-Jahr Österreich aktuell bei dem Championat in Olomouc (CZE) vertreten. Kein Wunder, wenn man die Mentalität des 18-jährigen Leistungssportlers betrachtet:
„Wenn man einmal im Leistungssport war, lässt einen das nicht mehr los. Auch wenn die Arbeit mit einem Lebewesen ganz anders ist, als alleine vor dem Reck zu stehen. Man nimmt Rücksicht aufeinander, das macht den Sport so besonders.“
Dass das restliche Team um ihn herum mehr (Championats-)Erfahrung mitbringt, sieht der Schüler als Ansporn: „Das ist die Latte an der ich gemessen werde, da versuche ich heranzukommen“.

Matura, Heeresport, Bereiterlehre
Wie auch für seine sportliche Zukunft, hat der reife 18-jährige bereits fixe Ziele für seine Zukunft. Nach der Matura möchte sich Fabian Hofer als Heeressportler voll und ganz auf seine Reiterei konzentrieren. Die Ausbildung zum Bereiter möchte er bei Olympiareiter Christian Schumach machen, und danach selbstständig arbeiten.
Wir wünschen Fabian alles gute für diesen Weg, der mit einem Umweg über die Turnhalle begann und ihn nun mitten in die internationale Dressurszene geführt hat. Auf viele weitere internationale Erfolge!
Weiterführende Links:
>> FEI Database: Fabian Hofer
>> Start- & Ergebnislisten CH-D-J Olomouc
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