Acht Jahre weg, jetzt auf WM-Kurs? Ötschmaier überzeugt in Rom
Springreiten – Kennt ihr Wolfgang „Ötschi“ Ötschmaier noch? Der oberösterreichische Springreiter und ehemalige Casino-Grand-Prix-Sieger kehrte 2023 nach mehr als acht Jahren Pause auf die internationale Turnierbühne zurück. Mit seinem Hannoveraner-Wallach Zidane 7 sorgte er nun beim CSIO5* in Rom für Aufsehen. Nach einer starken Leistung in der Loro Piana Trophy traut ihm auch Equipe-Chefin Angelika May einiges zu.
Wolfgang Ötschmaier (OÖ) machte beim CSIO5* in Rom am vergangenen Wochenende eindrucksvoll auf sich aufmerksam. Gemeinsam mit seinem Hannoveraner-Wallach Zidane 7 platzierte er sich in der Loro Piana Trophy über 155 cm, dem Hauptspringen am Samstag:
Wie Teamkollege Max Kühner (T) mit Cooley Jump The Q absolvierten auch Ötschmaier und der Zinedine-Nachkomme den Grundumlauf fehlerfrei und qualifizierte sich damit als einer von nur 14 der 60 angetretenen Reiter:innen für das Stechen. Dort verhinderte ein Abwurf eine Platzierung in den Top Ten. Mit Rang zwölf auf Fünf-Sterne-Niveau setzte das Duo dennoch ein bärenstarkes Ausrufezeichen – direkt hinter Max Kühner und Cooley.
„Rom war wirklich ein einmaliges Erlebnis. Ich war früher schon viel unterwegs, aber der Park und die Stimmung vor Ort sind etwas ganz besonderes. Besonders war auch, dass Max uns so unterstützt hat, das war viel wert.„, erzählte Ötschmaier im EQWO.net-Gespräch.
Wer ist Wolfgang Ötschmaier?
Der 53-jährige Oberösterreicher ist hauptberuflich Hufschmied, ehemaliger Casino-Grand-Prix-Sieger und gehörte mit Vasco da Gama zum österreichischen Team bei den Europameisterschaften 2005 in San Patrignano (ITA). Jahrelang war er im nationalen und internationalen Springsport aktiv. Dann wurde es ruhig um Ötschmaier: Zwischen 2015 und 2023 bestritt er keine internationalen Turniere – bis er eine Reitanlage übernahm und Zidane 7 in sein Leben trat, wie der Oberösterreicher erzählt:
„Durch die Möglichkeiten, die wir mit der eigenen Anlage vor zwei Jahren und dem wahnsinnig tollen Pferd bekommen haben, habe ich mich letztes Jahr dazu entschieden wieder einzusteigen. Es ist schon hart, aber mit jedem Turnier und jedem Parcours kommt man wieder besser rein. Der Sport ist so teuer geworden, aber dadurch dass meine Frau Tierärztin, und ich Hufschmied bin, können wir viel abfedern.„

Zidane – „Kein Siegerpferd, aber ein Teampferd“
Der heute elfjährige Hannoveraner-Wallach Zidane 7 von Zinedine aus einer Quintender-Mutter wurde von Sven Frohreich gezogen und im Laufe seiner Karriere von mehreren österreichischen Reitern geprägt. Matthias Raisch (OÖ) stellte ihn 2019 erstmals auf internationaler Bühne vor. Danach führte Dieter Köfler (K) den Hannoveraner bis auf Drei-Sterne-Niveau und nahm mit ihm am Weltcup-Turnier in Szilvásvárad (HUN) über 155 cm teil.
Nachdem sich Köfler aus dem Sport zurückzog, bekam Wolfgang Ötschmaier die Möglichleit Zidane zu erwerben. Seit dem sorgen die beiden auf höchstem Niveau für Aufsehen. Sein Comeback-Pferd beschreibt der 53-jährige Hufschmied so:
„Zidane ist einzigartig. Er ist nicht der Schnellste, aber seine Einstellung und sein Vermögen sind gigantisch. Ich reite seit 40 Jahren und er ist eines der drei besten Pferde, die ich jemals geritten bin. Ich kann ihn ohne Gerte und ohne Sporen reiten, und er vermittelt einem ein unglaublich sicheres Gefühl. Wenn man ordentlich reitet, geht es eigentlich immer gut aus. Auch wenn er kein Siegerpferd ist, ist er über die ganz hohen Parcours eine sichere Bank und wäre daher ein tolles Teampferd.“
Seit wann Wolfgang Ötschmaier die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft durch den Kopf geht?„Ich muss ehrlich sagen, ich habe mir das Ziel Anfang des Jahres gesteckt. Aber ich bin erfahren genug, um realistisch zu sein: Zidane muss in aller erster Linie fit und gesund bleiben, dann müssen die Leistungen und die Vorbereitung stimmen. Das gilt es jetzt zu managen.“
Nächster Halt: Nationenpreis in St. Gallen
Nach dem überzeugenden Auftritt in Rom dürfen Wolfgang Ötschmaier und Zidane 7 bereits diese Woche beim renommierten Nationenpreis-Turnier in St. Gallen (4.–7. Juni) ihr Können unter Beweis stellen. Gemeinsam mit Max Kühner, Katharina Rhomberg (V), Felix Koller (OÖ) und Bianca Babanitz (B). Übrigens: Wie in Rom und später auch bei den Weltmeisterschaften in Aachen wird dort auf Rasen geritten.
Elite Sport Managerin und Equipe-Chefin Angelika May erklärte im EQWO.net-Gespräch:
„Max (Anmk.: Kühner) und ich sind nach den starken Leistungen im Frühjahr auf Wolfgang aufmerksam geworden und haben ihm die Möglichkeit gegeben den zweiten Startplatz in Rom einzunehmen. Wolfgang und Zidane haben sich immer wieder vielversprechend präsentiert. Die starken Leistungen in Rom haben alle Erwartungen erfüllt! Max hat dankenswerterweise auch in Rom Zeit gefunden sich Ötschi anzunehmen. Wir sind gespannt wie es in St. Gallen läuft.“
Nach dem Nationenpreis-Turnier in Sopot wird der nächste Auftritt auf Gras in Samorin sein. Dort findet von 8. bis 12. Juli der CSIO3*-EEF-Nationenpreis statt. Eine gute Alternative für Fasterbo:
„Wir haben uns leider vergeblich seit Monaten um eine Team Wild Card in Falsterbo bemüht. Das wäre die perfekte Generalprobe für ein mögliches WM-Team gewesen. Es ist aber dennoch toll, dass Samorin uns dieses Jahr die Möglichkeit bietet auf dem schönen Rasenplatz zu reiten, auch wenn die Anforderungen an eine Weltmeisterschaft in Aachen natürlich nicht heranreichen.“, so May.
Weiterführende Links:
>> Ergebnislisten
>> FEI Database: Wolfgang Ötschmaier
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