Nach Olympia-Eklat: Fünfkampf ab 2024 ohne Reiten!

News | Pferdesport | Moderner Fünfkampf

Nach Olympia-Eklat: Fünfkampf ab 2024 ohne Reiten!

Moderner Fünfkampf – Nun ist es entschieden! Die Teildisziplin Reiten wird zukünftig nicht mehr Teil des modernen Fünfkampfes sein. Stattdessen soll als fünfte Disziplin das Fahrradfahren dazukommen, das ist allerdings noch nicht bestätigt. Auslöser für die Änderung ist der Skandal rund um die deutsche Sportlerin Annika Schleu und ihrer Trainerin, denen nach den Olympischen Spielen in Tokio Tierquälerei vorgeworfen wurde. (Geschichte dazu siehe weiter unten.)

Nach dem Olympia-Eklat rund um die deutsche Annika Schleu, soll Reiten nicht mehr Teil des modernen Fünfkampfes sein! © Screenshot Youtube
Nach dem Olympia-Eklat rund um die deutsche Annika Schleu, soll Reiten nicht mehr Teil des modernen Fünfkampfes sein! © Screenshot Youtube

Der Verband des Modern Pentathlon (Moderner Fünfkampf) UIPM bestätigte die Änderung Donnerstag Nachmittag. In Zukunft wird die Disziplin „Reiten“ nicht mehr Teil der Sportart sein. Allerdings erst ab 2024, da eine kurzfristige Umstellung für die Sportler:innen vor den Olympischen Spielen in Paris kaum zu bewältigen ist.

Dringend notwendig
Wir betrachten diese Entscheidung als längst überfällig und den einzig richtigen Weg. Es ist weder im Umgang mit den Pferden fair noch gegenüber den Sportler:innen, die nach einer zufälligen Zulosung und nur wenigen Minuten Kennenlernen einen Springparcours der Klasse M überwinden zu müssen. Das ist nicht Reitsport. Reitsport ist Vertrauen und Ausbildung, Teamwork und Harmonie. Beim Modernen Fünfkampf mutiert das Pferd zum fremden „Sportgerät“ und das wirft auf den gesamten Reitsport ein schlechtes Licht.

Vorgeschichte
Der Skandal rund um Annika Schleu (GER) fand diesen Sommer bei den Olympischen Spielen in Tokio statt. Die deutsche Fünfkämpferin war nach den Disziplinen Pistolenschießen, Degenfechten, Schwimmen und Querfeldeinlauf auf scheinbar sicherem Goldkurs.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von World Pentathlon (@theuipm)

Quelle: Instagram/theuipm 

Im finalen Springreiten bekam sie dann den Wallach Saint Boy zugelost, der zuvor unter einer russischen Athletin drei Mal verweigert hatte. Nachdem ein Austauschen des Pferdes erst nach viermaliger Verweigerung erlaubt ist, hatte die Deutsche 20 Minuten Zeit, sich mit dem Pferd vertraut zu machen. Im Parcours blockierte der Wallach wieder, stieg, ging rückwärts. Die Bundestrainerin Kim Raisner rief daraufhin vor laufenden Kameras: „Hau mal so richtig drauf!“ und boxte das Pferd mit der Faust, wofür sie später verurteilt und gesperrt wurde.

Die Bundestrainerin Kim Raisner wurde nach ihrer Aussage vor laufender Kamera "hau doch mal richtig drauf" vom Verband UIPM bestraft. © Screenshot Youtube
Die Bundestrainerin Kim Raisner wurde nach ihrer Aussage vor laufender Kamera „Hau doch mal richtig drauf“ vom Verband UIPM bestraft. © Screenshot YouTube

Das Video vom Ritt zeigt außerdem den extremen Sporen- und Gerten-Einsatz der deutschen Fünfkämpferin. Auch die Aussagen des Kommentators wie „mieses Pferd“ spiegeln nicht unsere Vorstellungen von fairem Pferdesport wieder.

Anschließend verweigerte das Pferd unter Annika Schleu viermal und die deutsche Athletin schied aus. Später wurde sie, im Gegensatz zur Bundestrainerin, vom Vorwurf der Tierquälerei freigesprochen.

Die deutsche Fünfkämpferin Annika Schleu war nach vier Teildisziplinen auf Goldkurs. Im Springen bekam sie ein Pferd zugelost, dass bereits zuvor dreimal verweigert hatte und sie schied aus. © Screenshot Youtube
Die deutsche Fünfkämpferin Annika Schleu war nach vier Teildisziplinen auf Goldkurs. Im Springen bekam sie ein Pferd zugelost, das bereits zuvor dreimal verweigert hatte und sie schied aus. © Screenshot YouTube

Weiterführende Links:
>> Moderner Fünfkamp-Verband: UIPM
>> Regelwerk Moderner Fünfkampf

Dieser Text wurde von EQUESTRIAN WORLDWIDE – EQWO.net verfasst. Das Kopieren des Text- und Bildmaterials ist nicht gestattet.