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Startseite News Kontroverse Entscheidung der FEI zu den Olympischen Spielen
  • Sport

Kontroverse Entscheidung der FEI zu den Olympischen Spielen

  • Nov. 22, 2016
Die Mitglieder des International Jumping Riders Club sind nicht glücklich über die Entscheidung der FEI. © Richard Juilliart / FEI
Die Mitglieder des International Jumping Riders Club sind nicht glücklich über die Entscheidung der FEI. © Richard Juilliart / FEI
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fei2CM | Olympische Spiele – Seit 19. November 2016 ist die Generalversammlung der FEI in Tokio (Japan) in vollem Gange. Ein Thema, das Offizielle und Reiter bereits im Vorfeld beschäftigt hat, ist ein zentraler Punkt auf der Agenda: Welche Maßnahmen können gesetzt werden, um die olympischen Disziplinen im Reitsport in Zukunft spannender zu machen? Einer der Vorschläge, nämlich die Teams von vier auf drei Reiter-Pferde-Paare zu reduzieren und damit auf das Streichergebnis zu verzichten, wurde vom International Jumping Riders Club in einem offenen Brief heftig kritisiert. Nun gab die FEI in einer Presseaussendung bekannt, dass in der Generalversammlung mit bedeutender Mehrheit für die Änderung des Formats der Olympischen und Paralympischen Spiele gestimmt wurde.

107 Nationen stimmten bei der FEI Generalversammlung in Tokio über die Zukunft der Olympischen Reitsportdisziplinen ab. © Richard Juilliart / FEI
107 Nationen stimmten bei der FEI Generalversammlung in Tokio über die Zukunft der Olympischen Reitsportdisziplinen ab. © Richard Juilliart / FEI

Unterschiedliche Meinungen
Bereits im Vorfeld war klar, dass sich nicht alle Nationen einig sein werden. Vor der Abstimmung gaben einige Offizielle ihre Statements für oder gegen die geplanten Änderungen ab:

Ulf Helgstrand, Präsident der Danish National Federation, war ein starker Befürworter: „Wir wollen mehr Spannung und mehr Flaggen aus verschiedenen Ländern. Wir müssen unseren Sport leichter verständlich machen. In welchem anderen Sport kann jemand, der disqualifiziert wurde, eine Medaille gewinnen? Es wird viel spannender werden, wenn einer der Top-Reiter einen Fehler macht.“

Das Statement von Natallia Kalesnikava, Executive Director der Equestrian Federation von Belarus, wurde mit kräftigem Applaus belohnt: „Wir unterstützen das neue Format voll und ganz. Es gibt auch unserem Land die großartige Chance, an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Sobald ein Land die Chance hat, an den Spielen teilzunehmen, bekommt der Sport auch Unterstützung der Regierung und Sponsoren. Wir können den Sport weiter fördern und mehr junge Menschen dafür interessieren. Der neue Vorschlag wird möglicherweise 50 Ländern die Chance darauf geben, ihre Fahne bei den Olympischen Spielen hochzuhalten.“

Der Vorsitzende der Deutschen Vereinigung Soenke Lauterbach sprach sich gegen eine Änderung aus, betonte aber, dass Deutschland die demokratische Entscheidung akzeptieren würde. „Wir verstehen den Ruf nach mehr Vielseitigkeit der Oympischen und Paralympischen Spiele. Die Balance mit den Grundgedanken unseres Sports muss aber gegeben sein. We haben Top Athlethen, der Reitsport bewegt sich auf höchstem Niveau und korriliert mit den Tierschutzrichtlinien. Drei Reiter pro Team können die Balance dieser drei Prinzipien nicht gewährleisten. Deshalb stimmen wir dagegen. Wir akzeptieren aber jede Entscheidung.“

Repräsentanten aus 96 Nationen stimmten für eine Änderung, nur elf (Albanien, Bulgarien, Frankreich, Deutschland, Lettland, Monaco, Neuseeland, die Niederlande, Rumänien und die Schweiz) waren dagegen. Die Wahl für sport-spezifische Änderungen der drei Olympischen Einzeldisziplinen Springen, Dressur und Vielseitigkeit war einstimmig. Die Wahl bezüglich der Änderungen in der paralympischen Dressur hatte nur eine Gegenstimme (Großbritannien).

Geplante Änderungen

Ziel der Änderungen ist, die Zahl der teilnehmenden Nationen bei den Olympischen Spielen zu erhöhen, nicht aber die Anzahl an Athleten. Die Teamreiter von vier auf drei zu vermindern war laut FEI Präsident Ingmar De Vos die einzige Möglichkeit, die Quote von 200 Reitern nicht zu übersteigen, aber trotzdem Türen für Länder zu öffnen, für die Olympia bisher nur ein ferner Traum war.

Wie sollen die Veränderungen aussehen?

Springreiten:

  • Teams bestehen aus drei Pferd-Reiter-Kombinationen pro Nation, ein Reservepaar, kein Streichergebnis
  • 20 Teams (60 Pferd-Reiter-Kombinationen)
  • 15 Plätze für Nationen, die sich mit keinem Team qualifiziert haben (Maximum eine Pferd-Reiter-Kombination pro Nation)
  • Die Einzelwertung wird vor dem Teambewerb stattfinden
  • Cut-off Score: Der genau Cut-off Score und die resultierenden Strafpunkte werden im Olympischen Regelwerk fest gelegt werden

Dressur

  • Teams bestehen aus drei Pferd-Reiter-Kombinationen pro Nation, kein Streichergebnis
  • Jedes direkt qualifzierte Team darf ein Reserve-Pferd-Reiter-Paar mitbringen, oder ein Reservepferd
  • Ein Einzelreiter pro Nation, der nicht durch ein qualifizierte Team repräsentiert wird (keine zusammengesetzten Teams)
  • Einführung des neuen „Heat System“ (inkl. „lucky losers“) für den Grand Prix: 18 Einzelreiter können sich vom Grand Prix für den Grand Prix Freestyle qualifzieren (die zwei besten jeder der sechs Heats, plus die sechs nächstbesten mit dem besten Gesamtresultat)
  • Acht Top Teams (24 Starter) des Grand Prix können sich für den Grand Prix Special qualifzieren
  • Einführung eines neuen Systems der Startreihenfolge im Grand Prix
  • Grand Prix Special wird zu Musik durchgeführt

Vielseitigkeit

  • Teams bestehen aus drei Pferd-Reiter-Kombinationen pro Nation, kein Streichergebnis
  • Eine Reserve Pferd-Reiter-Kombination pro Team ist erlaubt. Diese Reserve-Kombination ist ein wichtiges Element, um das Wohlergehen der Pferde zu sichern. Wenn eine Reserve-Kombination ausgetauscht wird, bekommt das Team Strafpunkte. Die genaue Anzahl der Strafpunkte wird im Olympischen Reglement finalisiert.
  • Maximum von zwei Einzelreitern pro Nation, die nicht im Teambewerb starten
  • Reihenfolge der Prüfungen bleibt unverändert (1. Dressur, 2. Gelände, 3. Springen Team, 4. Springen Einzel)
  • Das technische Level der drei Prüfungen muss als das „Olympische Level“ definiert werden: Dressur und Springen 4-Stern-Niveau, Gelände: 10 Minuten Optimal-Zeit, 45 Springversuche, Schwierigkeit auf 3-Stern-Niveau
  • Nur Teamklassifikation: jede Pferd-Reiter-Kombination, die eine Prüfung nicht beendet, kann zur nächsten Prüfung antreten, sofern die Verfassungsprüfung den Start zulässt
  • Nur Teamklassifikation: Strafen für das Nicht-Beenden eines Tests aus jeglichem Grund: Dressur = 100 Punkte, Gelände = 150 Punkte, Springen = 100 Punkte
  • Regeln der Einzelwertung bleiben unverändert

Paradressur:

  • Teams bestehen aus drei Pferd-Reiter-Kombinationen pro Nation, kein Streichergebnis
  • Jedes direkt qualifizierte Team darf vier Pferd-Reiter-Kombinationen an den Start schicken, drei davon müssen nach den Einzelprüfungen, in denen alle vier Paare starten, als Teamreiter deklariert werden
  • Maximum von zwei Einzelreitern pro Nation, die nicht im Teambewerb starten
  • Teammedaillen werden nur durch Resultate im Team Test vergeben (nicht mehr aus der Kombination von Team- und Einzelscores)
  • Die besten acht der Einzelprüfungen qualifizieren sich für die Freestyle Prüfung
  • Startreihenfolge: Einzel Championship Test, Team Test, Freestyle
  • Team Test zu Musik

Timeline zur Finalisierung des neuen Olympischen Formats für Tokio 2020:

Februar 2017 – Vorschläge der FEI gehen an das IOC Executive Board
Mai 2017 – Programm Kommission des IOC gibt Empfehlungen an das IOC Executive Board
Juli 2017 – IOC Executive Board entscheidet Events und Quota
November 2017 – FEI Generalversammung in Montevideo (Uruguay) finalisiert die Vorschläge zum Qualifikationsprozedere (Aufteilung der Quota und Berechtigungen)

Die Pressemitteilung auf englisch kann man hier lesen.

22.11.2016 | FEI TV
FEI General Assembly 2016 Tokio (JPN)

Der Beitrag wurde von EQUESTRIAN WORLDWIDE – EQWO.net mit den Infos aus einer Pressemitteilung der FEI verfasst.

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