Corona & Herpes: Turnierveranstalter vor großer Herausforderung

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Corona & Herpes: Turnierveranstalter vor großer Herausforderung

Pferdesport – Auch im Turnierjahr 2021 geht die Serie an nationalen und internationalen Turnierabsagen aufgrund der aktuellen COVIS-19-Situation bzw. der neu aufgetretenen EHV-1 Herpes Pandemie weiter. Renommierte internationale Turnierveranstalter wie die Olivia MET Tour in Spanien oder die Z-Tour im weltberühmten Gestüt Zangersheide in Lanaken (BEL) haben bereits die Notbremse gezogen und ihre Veranstaltungen abgesagt. Alle Veranstalter, die ihre Turniere durchziehen wollen, stehen vor einer großen Herausforderung. Der Grund sind die neuen FEI-Sicherheits- und -Hygienevorschriften in Bezug auf die aktuelle EHV-1 Herpes-Situation weltweit.

Der Franzose Francois Mathy jr. gewinnt auf Casanova die Gold Tour in Linz Ebelsberg. © Sibil Slejko
Helmut Morbitzer hat für das internationale Turnier in Linz Mitte April strenge Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Am Foto: Francois Mathy jr. (FRA) auf Casanova. © Sibil Slejko

„Wir verstehen die angespannte Situation und dass der Weltverband FEI handeln musste. Doch die neuen Maßnahmen sind so streng gehalten, dass diese für uns Veranstalter schwer umsetzbar sind. Wir bekamen die neuen verschärften Richtlinien erst zwei Tage vor den ersten in der Guideline vorgegebenen Deadlines und konnten in 48 Stunden unsere Stallungen nicht entsprechend umbauen. Somit waren wir chancenlos überhaupt zu reagieren!“ zeigte sich die deutsche Turnierleiterin der Oliva MET Tour Bettina Pöhls sehr enttäuscht. „Nicht nur, dass wir einen enormen finanziellen Schaden und keine Einnahmen haben, sind auch über 80 Pferde aus dem Ausland umsonst in Spanien stationiert geblieben um die Frühjahrsserie hier fortzusetzen.“

Ins selbe Horn stößt auch der italienische Profi-Veranstalter Emmanuelle Fiorelli, der zur Zeit nur geringe Chancen sieht seine CSIO3* Veranstaltung in wenigen Wochen zu organisieren. „Es ist einfach nur noch schlimm. Jetzt haben wir uns so halbwegs mit dem COVID-19-Bestimmungen arrangieren können, nun kommt hier der nächste Schlag auf uns Veranstalter zu. Wir haben im Augenblick keine Planungssicherheit mehr, müssen mit enormen Mehrkosten kämpfen und bekommen von keiner Seite Unterstützung!“ nimmt der Norditaliener hier auch die Verbände in Pflicht. „Die Ansichten und Auswertungen der Virologen haben ihre Berechtigung, aber man darf das Problem nicht nur von einer Seite betrachten, sondern muss gemeinsam mit den Veranstaltern nach annehmbaren Lösungen suchen!“

Linz/Ebelsberg und Lamprechtshausen ziehen durch
Diese neue Situation betrifft natürlich auch Österreich, wo die internationalen Turniere in Linz-Ebelsberg und Lamprechtshausen die ersten Top-Events nach dem mehrwöchigen europaweiten Herpes-Lockdown sein sollen. Auch hier stehen die rot-weiß-roten Traditionsveranstalter vor ihrer größten logistischen und organisatorischen Herausforderung der letzten Jahre.

„Dass unser Team mit speziellen Ausnahmesituation umgehen kann, sowie die Weitsicht und Erfahrung hat, diese zu bewältigen, haben wir Anfang des Jahres mit der Amadeus Horse Indoors bewiesen. Dennoch sind die geplanten Turniere in Lamprechtshausen damit nicht zu vergleichen, denn es müssen aktuell die Covid-19 Bestimmungen und die neu hinzugekommenen EHV-1 Bestimmungen erfüllt werden.“, so Thomas W. Kreidl, der für den SRC Lamprechtshausen die Turniere plant. „Die neue Bestimmungen sind in jeder Hinsicht eine Herausforderung – infrastrukturell, personaltechnisch und finanziell haben wir einen enormen Mehraufwand. Für unser Team ist es eine noch nicht einzuschätzende Situation, da wir gleich zwei internationale Events mit einem Pausen-Intervall von nur 48 Stunden bedienen müssen und im Anschluss noch vier nationale Großevents auf uns warten. Natürlich steht das Wohl der Reiter und Pferde absolut im Vordergrund für uns, und so sind wir bestrebt, hier in den nächsten drei Tagen eine machbare Lösung mit der FEI herbeizuführen und die Aufbauarbeiten voranzutreiben. Ganz nach dem Motto von unserem Sepp Göllner: Geht nicht, gibt´s nicht!“, zeigt sich das Team des SCR Lamprechtshausen kämpferisch und blickt gespannt nach Linz, wo Turnierleiter Helmut Morbitzer, dessen erstes CSI3* am 15. April 2021 startet, mit den selben Problemen zu kämpfen hat.

„Wir haben versucht, trotz des kurzen Zeitraums alle Regeln einzuhalten“, sagt Helmut Morbitzer im Interview mit EQWO.net. „Wir haben drei Abreiteplätze, wir haben mehr Boxen geordert, diese weiter auseinander gestellt, die Quarantäneboxen samt aller Vorschriften installiert, das Einbahnsystem in den Boxengassen eingeführt und das Personal aufgestockt. Natürlich kostet uns das rund 20.000 bis 25.000 Euro mehr,“, so der Veranstalter des Linzer Pferdefestivals über die aktuelle Situation. „Doch wir wollen weitermachen und deshalb müssen wir uns auch alle an die Situation anpassen. So schwierig es ist.“ Morbitzer betont auch, dass jeder heimfährt, der sich nicht an die Regeln hält, „hier gibt es keinen Spielraum.“

>> FEI Hygienebestimmungen für Turniere

Int. Turniere in Österreich im April:

CSI3* CSI1* CSIYH1* CSIJ-A Linz-Ebelsberg (OÖ)
15.04.2021 – 18.04.2021
Website: www.linzerpferdefestival.com
>> Ausschreibung

CSI2* CSI1* CSIYH1* CSIU25-A CSIJ-A Lamprechtshausen (S)
22.04.2021 – 25.04.2021
Website: www.amadeushorseindoors.at
>> Ausschreibung

CSIOCHJPY CSIU25-A Lamprechtshausen (S)
22.04.2021 – 25.04.2021
Website: www.amadeushorseindoors.at
>> Ausschreibung

Turniere in Österreich 2021
www.oeps.at

Turniere international 2021
www.fei.org

Dieser Text wurde von EQUESTRIAN WORLDWIDE – EQWO.net verfasst und ist KEINE Pressemitteilung. Das Kopieren des Text- und Bildmaterials ist nicht gestattet.