Schwarzer Tag in Hamburg-Horn


Das Geläuf hatte durch den Dauerregen seit Beginn des Meetings am 2. Juli mächtig gelitten – daher die Absage an die Traber – um das Geläuf zu schonen. Hinzukam, wie auf der Pressekonferenz zu erfahren war, dass die Innenbahn während des Meetings nicht genutzt werden konnte. Der Grund dafür wird den Hamburger
Renn-Club noch nachhaltig beschäftigen. Eigentlich fand die Rennkommission bei der Abnahme alles schick, aber man stellte fest, dass an einer Stelle, dem Horner Bogen wo die Pferde Gas geben, weil es in die Zielgerade geht, das Wasser steht. Heißt, keiner weiß, warum an dieser Stelle das Wasser nach oben drückt.

Eugen-Andreas Wahler, Vorsitzender des Hamburger Renn-Clubs, ist derzeit nicht zu beneiden. Denn nach dem Burger Essen begann es zu regnen. Aber nicht ein paar Tröpfchen, sondern wie aus Kannen. Damit war das Schicksal des Renntages besiegelt, er wurde abgesagt. Keine leichte Entscheidung, denn so eine Absage kostet Geld und wer zu dem Renntag mit seinen Pferden angereist war, konnte sofort wieder abfahren. Eine Situation, die die Pferde überhaupt nicht verstanden und die wohl am meisten zu leiden hatten.
Eine andere Geschichte ist das neue Wettsystem. In Hamburg hat das auch nicht ganz reibungslos funktioniert, denn es gibt verschiedene Wettscheine. Einen klaren Durchblick hat derzeit, das ist mein Empfinden, keiner. Da wird von deutscher Seite viel schön geredet und glatt gebügelt.

Anstatt sich den Problemen zu stellen, die seit der PMU-Übernahme von German Tote Anfang des Jahres nicht abreißen, wird gedeckelt und beschwichtigt. In die Hand, die einen nährt wird, beißt man eben nicht. Das ist verständlich, aber nicht verständlich ist, dass die neuen Wettmaschinen bei auftretenden Problemen nur eine Sprache verstehen: französisch.
Das Nachsehen hat der deutsche Galopprennsport, denn mit jeder Wette, die aus welchen Gründen auch immer nicht abgeschlossen werden kann, geht dem deutschen Galopprennsport Geld verloren.
Heute, am 6. Meetingstag, findet am Abend das Derby-Dinner statt. Der Kreis ist von den Besitzern der Pferde im Derby erweitert worden und neu ist, dass der Trainer und Siegjockey des Vorjahres geladen werden. In diesem Jahr sagte Andrasch Starke, der im vergangenen Jahr das Derby mit Nutan gewann und der von Peter Schiergen trainiert wurde, ab. Grund: er ist verletzt.
Mal schaun, ob es heute in Hamburg-Horn trocken bleibt …
Das erste Rennen wird 12.05 Uhr gestartet.
Weiterführender Link: www.galopp-hamburg.de
Text © Nadja N. Naumann für EQUESTRIAN WORLDWIDE – EQWO.net