Revolutioniert ein neues Wertungssystem den Dressursport?
JS – In England soll in Kürze ein vollkommen neues Wertungssystem für den Dressursport geprüft werden. Das berichtete das britische Magazin Horse & Hound gestern in seiner Onlineausgabe.

Durch das neue System sollen Wertnoten künftig fairer, genauer und lehrreicher ausfallen, so die Entwickler. Bei diesen handelt es sich um Wayne Channon, den Generalsekräter vom International Dressage Riders Club, und dem Initiator der Dressurbewerbe in Hickstead, Dane Rawlins.
Wie funktioniert’s?
Laut Channon und Rawlins sollte jeder Reiter für jede Lektion mit einer Note von 10.0 starten. Für Fehler oder mangelhafte Ausführung gibt es Abzüge, die je nach Schwere und Gewicht des Fehlers unterschiedlich ausfallen. Eine Art Codesystem soll sicherstellen, dass die Abzüge überall ident gegeben werden.
„Wenn ein Pferd zum Beispiel einen Fehltritt macht, ist das ein Abzug von 0.1 Punkten“, so Wayne Channon. Wenn der Fehler sich über mehr als zwei oder drei Schritte erstreckt, werden 0.5 Punkte abgezogen, bei fünf bis zehn Fehltritten ein ganzer Punkt. Es gibt acht Kriterien (z.B. Präzision), auf die jeder Richter achten sollte um dann die Probleme zu erötern und die entsprechenden Punkte abzuziehen. Das wird auch alles dokumentiert.“

Die Richter sollten ihre Abzüge laut aussprechen um diese von einem Assistenten in eine App eingeben zu lassen (siehe Bild bei Horse & Hound). Wanye ist der Meinung, dass Reiter und Trainer mit dieser Methode besser nachvollziehen können, wo sie Punkte verloren haben. Außerdem sollen die Resultate genauer sein und Zweifel beseitigt werden.
„Wenn ein bekannter Reiter ins Viereck kommt, erwartet man dass er 75 % bekommt, also startet man schon von diesem Standpunkt aus“, erklärt Wayne Channon weiter. „Man kann Leuten nicht antrainieren, dass sie nicht voreingenommen sind. Wenn man unser System richtig anwendet und die Kriterien bewertet, sollte ein korrekt vorgestelltes Pferd immer vor einem stehen, dass sich zwar spektakulär bewegt, aber keinen guten Rhytmus oder ähnliches hat.“
Den ersten Testlauf wird es nächsten Monat (28. bis 31. Juli) in Hickstead bei den British Dressage Regional Championships im Invitational Grand Prix geben.
Ein Sprecher von British Dressage meinte, dass man von dem System zwar schon gehört habe, allerdings noch nicht viel dazu sagen kann. Man habe noch keinen genauen Plan, die Vorgehensweise oder Vor- und Nachteile gesehen. Man sei etwas zurückhaltend, aber natürlich offen für neue Ideen.
Quelle: Horse & Hound
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