Ferienmesse 2026 – Abgesang an den Reiturlaub?
Reiturlaub – Jedes Jahr im Jänner ruft die Ferienmesse in Wien nationale und internationale Urlaubsanbieter in die österreichische Bundeshauptstadt, um sich dem Publikum vorstellen zu können. Immerhin geht es um einen Kuchen von knapp 38 Milliarden Euro Umsatz/Jahr in Österreich. M.M. hat sich für EQWO.net angesehen, inwieweit der Reiturlaub oder Pferdetourismus in Österreich eine Rolle mit dabei spielt.
Gleich zu Beginn erwähnt, das Unterfangen war ambitioniert, aber sehr schwer umzusetzen, wie sich schließlich herausstellte. Die Ferienmesse fand von 16. bis 18. Jänner 2026 im Vienna Congress & Convention Center (Messe Wien) statt. Ein Bericht von M.M.
Im Burgenland trotz größtem Reitwanderwegenetz „touristisch keine relevante Nachfrage“
Begonnen haben wir mit dem Burgenland. Das Burgenland war einst das Bundesland in Österreich, mit dem größten ausgebauten Reitwanderwegenetz mit Verbindungen in das benachbarte Ungarn. Immer wieder gab es organisierte Wanderritte aus dem Burgenland bis nach Budapest und darüber hinaus. Also haben wir mit dem höchst erfolgreichen Tourismusmanager Didi Tunkel aus dem Burgenland Kontakt aufgenommen.
Dieser war auch sofort zu einem Interview bereit, allerdings kam schon im Vorfeld die ernüchternde Information: „Zum Thema Reitsport im Burgenland-Tourismus möchte ich dir jedoch vorab mitteilen, dass wir diesen Schwerpunkt derzeit nicht mehr aktiv verfolgen, da sich in den letzten Jahren gezeigt hat, dass er touristisch leider keine relevante Nachfrage erzeugt.“

Wenn man die Website des Burgenland Tourismus durchscrollt, werden noch einige Reitbetriebe im gesamten Burgenland erwähnt, touristisch gesehen sind sie aber vernachlässigbar. Und genau so ging es mit der Entwicklung des Reittourismus in den anderen acht Bundesländern weiter.
Überall wurden Radfahrurlaube (Biking), Wander- und Schiurlaube, Naturereignisse und dergleichen beworben und vorgestellt aber kein Reittourismus. Und dann doch noch ein Fund. Ein Dorf unbeugsamer Optimisten in Oberösterreich setzt seinen eingeschlagenen Weg fort.
„Gallisches Dorf“ Ampflwang
Der Hausruckhof in Ampflwang setzt weiterhin auf Reittourismus, aber auch hier sind die Änderungen zu verspüren, Wie mir Fabian Zehetner, als Betreiber des familiär geführten Hausruckhofes berichtet. Sie würden vor allem auf Stammkunden setzen. Spontane Reitgruppen mit einer größeren Anzahl von Gästen hätten sich nahezu halbiert. Vor allem bei der Erhaltung des Reitwegenetzes gäbe es nicht nur finanzielle Aufwendungen. Auch die Probleme der eventuell auftretenden Haftungsklärungen bei Reitunfällen, würde den Grundstückseigentümern Probleme bereiten und so hätten sich einige entschlossen, ihre Wege offiziell für Reiter zu sperren, um nicht in rechtliche und damit existentielle Probleme zu schlittern.

Ampflwang war aber immer schon als Pferdedorf bekannt und so verwundert es nicht, dass auch die Hotelgruppe „ALDIANA Club Resorts“ mit dem ehemaligen Robinson-Club in Ampflwang weiter mit auf die Reitschiene setzt.
Wenige internationale Anbieter
Und dann war bei der Ferienmesse noch ein internationaler Anbieter aus Deutschland (www.faszination-fernweh.de), der fast schon verstohlen, Reitercamps und Rancherlebnisse in Wyoming (USA) anbietet. Wobei auch er zugeben musste, dass sich der Markt verkleinert hat, und ihre Angebote zu 90% von Stammgästen gebucht werden. Abseits der politischen Ereignisse in den USA, welche sich auf das Buchungsvolumen mit knapp 50% minus verringert hat, zieht der reine Reiturlaub nicht einmal mehr in Deutschland so richtig.
Und wenn man etwas weiterdenkt, wundert mich diese Entwicklung teilweise auch nicht wirklich, wenn man an einem Stand dann solche Bilder sieht, die als Werbung für ein Reiseland dienen sollen:

Auf das Bild angesprochen, meinte der Standbetreiber mit einem Schulterzucken: “Andere Länder, andere Sitten“, drehte sich um und lachte.
Zweiter Blick: Influencer-Marketing statt Ferienmesse?
Bei der Einschätzung, wie gefragt Reiturlaub-Angebote auf Ferienmessen sind, lohnt sich ein zweiter Blick: Viele Anbieter setzen heute nicht mehr primär auf klassische Messeauftritte, sondern auf digitale Reichweite – und sind deshalb vor Ort oft nur spärlich vertreten. So wirbt etwa die deutsche Plattform HoofandTravel seit Jahren gezielt über Influencer-Kampagnen für Reiturlaub in Afrika. Auch prominente Reiter:innen wie Ingrid Klimke machen regelmäßig auf Reitsafaris aufmerksam – und bringen das Thema damit direkt in die Feeds einer reiseaffinen Zielgruppe.
Cool: Elektrisch Hänger ziehen – endlich möglich?
Und zu guter Letzt doch auch noch eine großartige Meldung von Messe „DRIVE“ die zeitgleich mit der Ferienmesse stattgefunden hat. Es gibt IHN bereits, das Elektrozugfahrzeug für einen Pferdeanhänger und er kommt aus Österreich. Der XPENG G6 SUV ist rein elektrisch auf Österreichs Strassen unterwegs und das ideale Fahrzeug für den ökologisch denkenden Reiter denn mit einer maximalen Anhängerlast von 1500 Kg kann jeder 2 Pferdeanhänger mühelos gezogen werden.

Für EQWO.net, Ihr M.M.
Weiterführende Links:
>> ferien-messe.at
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