Team Austria eröffnet in Gorla Minora – Ups & Downs des österreichischen...

CSIO YR/J/CH/P Gorla Minore (ITA)

Team Austria eröffnet in Gorla Minora – Ups & Downs des österreichischen Nachwuchsteams

Springreiten | RMB – Seit wenigen Wochen ist die neue FEI Youth Nations Cup Series 2019 voll im Gange. Nach dem ersten Event im belgischen Sentower Park führte die Reise diesmal in die italienische Provinz Lombardei.

KES-Teamreiter im Nationenpreiseinsatz: v.lnr Antonia Weixelbraun, Michele Ruth, Denise Ruth, Savannah Birk © KES-Team
KES-Teamreiter im Nationenpreiseinsatz: v.lnr Antonia Weixelbraun, Michele Ruth, Denise Ruth, Savannah Birk © KES-Team

Die dort beheimatete Springreiterfamilie Fiorelli hat zur 2. Station auf ihre wunderschöne Reitanlage nach Gorla Minore geladen. Leider war das Nennergebnis wie schon bei der ersten Station in Belgien auch hier in Italien mager. Nur wenige teilnehmende Nationen (4-5 pro Alterskategorie) sollten der Projektleitung des Weltreiterverbandes zu denken geben. Erst zur 3. Station in Lamprechtshausen nimmt der internationale Nachwuchsspringzirkus offensichtlich wieder volle Fahrt auf. Mit über 10 teilnehmenden Nationen pro Kategorie hat der SRC Lamprechtshausen in wenigen Wochen wohl mit ganz anderen Problemen zu kämpfen als seine beiden Mitbewerber zuvor in Belgien und Italien.

Das erfolgreiche Ponyteam mit Sophie Pollak auf Caiseal Boy, Elisabeth Knaus auf AMD Midnight Lady und David Gorton-Hülgerth auf Florian © privat
Das erfolgreiche Ponyteam mit Sophie Pollak auf Caiseal Boy, Elisabeth Knaus auf AMD Midnight Lady und David Gorton-Hülgerth auf Florian © privat

Heimturniere statt CSIO?
Die teilweise geringe Bereitwilligkeit zur Teilnahme spiegelte sich auch im rot-weiss-roten Team von OEPS-Nachwuchsteamchef Kurt Gravemeier wieder, der am Ende mit einem Schrumpfteam in Italien eintraf. Zahlreiche verletzungsbedingte Ausfälle im Vorfeld machten die Situation für Kurt Gravemeier nicht leichter. Dennoch ging die junge und durchwegs noch unroutinierte Truppe mit vollem Elan und guter Mannschaftsstimmung an die gestellten Aufgaben heran.

Gleich am Eröffnungstag konnte das österreichische Team zahlreiche erfreulichen Null-Runden von einigen heimischen Nachwuchsreitern in allen Kategorien vermelden und mit dem Sieg der Steirerin Elisabeth Knaus auf ihrer Stute AMD Midnight Lady im Ponybewerb war auch ein erstes Highlight zu feiern. Dies alles gab Zuversicht für den bevorstehenden Nationenpreistag in Gorla Minore.

Echt super, weil im Pony Nationenpreis Doppel Null: Sophie Pollak mit Caiseal Boy © privat
Echt super, weil im Pony Nationenpreis Doppel Null: Sophie Pollak mit Caiseal Boy © privat

Ponies mit gutem Nationenpreis und magerem Grand Prix
Die Ponyreiter kämpften im Nationenpreis wie die Löwen – sie hatten mit David Gorton-Hülgerth auf Florian, Elisabeth Knaus auf AMD Midnight Lady und Sophie Pollak auf Caiseal Boy nur drei Reiter im Team. David Gorton-Hülgerth brachte mit Florian eine solide Leistung und beschloss seinen Nationenpreis mit zweimal 4 Fehlerpunkten. Elisabeth Knaus, die hoch motiviert in den Parcours ging, blieb leider etwas hinter ihren Erwartungen und schloss mit 12 und 4 Fehlerpunkten ab. Aber dann war da noch Sophie Pollak! Vom Salzburger KES-Trainer Christian Juza betreut, da ihre Stammtrainerin Bianca Babanitz beim Casino Grand Prix Turnier in Ebreichsdorf weilte, wuchs Sophie Pollak auf ihrem Schimmel über sich hinaus und zauberte zwei Null-Runden in die Bahn, welche für das rot-weiss-rote Trio am Ende den 3. Endrang unter den vier gestarteten Nationen bedeutete. Auf dieser grandiosen Mannschaftsleistung versuchte man auch für den abschließenden Pony Grand Prix aufzubauen, doch leider konnte sich lediglich David Gorton-Hülgerth platzieren. Mit einer atemberaubend schnellen Vier-Fehlerpunkte-Runde im Sattel seiner Ponys Florian 25 schaffte er den tollen fünften Rang im Pony Grand Prix, der über beachtliche 1,30 m führte.
Die weiteren Österreicher: Mit zwei Abwürfen wurde Elisabeth Knaus auf AMD My Midnight Lady Elfte, Sophie Pollak und Caiseal Boy beendeten diese Springprüfung nicht.
> Ergebnis Nationenpreis Ponys
> Ergebnis Pony Grand Prix

Sie war bei den Children eine Klasse für sich: KES-Teamreiterin Antonia Weixelbraun mit Papa und KES-Teamtrainer Christian Juza. © KES-Team
Sie war bei den Children eine Klasse für sich: KES-Teamreiterin Antonia Weixelbraun mit Papa und KES-Teamtrainer Christian Juza. © KES-Team

Children mit herausragender Antonia Weixelbraun
In der Kategorie Children konnte OEPS-Teamchef Kurt Gravemeier dann auf 4 Reiter zurückgreifen, wobei auch hier gleich 3 ihre Feuertaufe in einem Nationenpreis bestritten. Der erfahrenste Jungspund David Gorton-Hülgerth durfte gleich als Erster mit seinem AWÖ-Wallach Pepper ran und legte mit 4 bzw. 0 Fehlerpunkten einen guten Grundstein. Dann kam die talentierte Salzburgerin Lisa-Marie Arvai mit ihrem erfahrenen Antonio di Monte. Die Schülerin des ehemaligen deutschen Nachwuchs-Bundestrainers Dietmar Gugler lieferte ebenfalls erfreuliche Vier- und Null-Punkte-Ritte ab. Dann stand die junge Kärntnerin Sarah Messner vor ihrer wohl schwierigsten Aufgabe in ihrer bisherigen Reiterkarriere. Am Ende standen für sie und ihre Stute Chiara 8 bzw. 16 Fehlerpunkte zu Buche. Sarah Messner selbst überzeugte mit sehr gutem Reiten, musste jedoch noch Routinedefizite bei ihrer Stute in Kauf nehmen. Zum Abschluss lag dann alles bei der jungen KES-Teamreiterin Antonia Weixelbraun, der Tochter von KES-Trainer Christian Juza, und ihrer AWÖ-Stute Salwynara. Und auch Antonia Weixelbraun lieferte, wie zuvor Sophie Pollak bei den Ponies, die so wichtigen Nullrunden für Österreich ab. Am Ende war es unter 7 Nationen immerhin der 4. Rang für Österreich, welcher das Betreuerteam ein wenig traurig stimmte, da die Children-Truppe eine ansprechende Leistung erbracht hatte und lediglich eine zweite Nullrunde im ersten Umlauf gefehlt hatte, um am Treppchen zu landen.
Umso motivierter ging man dann in den Grand Prix am Sonntag. Aber auch hier konnten unsere Kids nicht an die Leistungen des Vortages anknüpfen. Einzig und allein Antonia Weixelbraun zeigte auf, dass in ihr und ihrer AWÖ-Stute Salwynara Championatspotential steckt. Nach einem famosen Grundumlauf unter 43 Startern, zeigte die junge Flachgauerin auch im Stechen auf, dass sie nicht nur schnell, sondern auch eine der besten Stilistinnen dieses Grand-Prix Starterfelds war, und steuerte ihre Stute mit Bedacht auf den sensationellen 3. Endrang.
Bei den drei weiteren Österreichern lief es nicht so gut: David Gorton-Hülgerth landete mit Pepper und elf Fehlerpunkten am 36. Platz, Lisa-Marie Arvai mit Nicolien 2 und 12 Fehlerpunkten am 38. Rang und Sarah Messner beendete diese Springprüfung mit Chiara 323 nicht.
Sollte das heimische Team beim Nachwuchs-CSIO in Lamprechtshausen noch Verstärkung durch die talentierte Alpenspan- Teamreiterin Lena Binder bekommen, könnte für das Heim-CSIO einiges drin sein – auch wenn unsere Children dort gegen Teams aus 10 Nationen antreten müssen.
> Ergebnis Nationenpreis Children
> Ergebnis Children Grand Prix

Bester österreichischer Junior im Nationenpreis von Gorla Monore: David Moser und Chabalou © privat
Bester österreichischer Junior im Nationenpreis von Gorla Monore: David Moser und Chabalou © privat

Junioren ohne Chance
Bei den Junioren konnte OEPS-Nachwuchs-Teamchef Kurt Gravemeier auf die größte Anzahl an Reitern zurückgreifen, dennoch wählten am Ende leider nur 4 Reiter den Weg nach Italien. Auch hier zeigten  zahlreiche Platzierungen in Rahmenbewerben am Eröffnungstag, dass Potential in den österreichischen Junioren steckt. Klar war aber auch, dass es mit dem zunehmenden Alter der Reiter und somit steigendem Schwierigkeitsgrad der Bewerbe, immer schwieriger für unser Team wird, die richtigen Pferde für die gestellten Aufgaben zur Verfügung zu haben. Im Nationenpreis durfte der Oberösterreicher David Moser als Eröffnungsreiter in den Parcours und schaffte eine persönliche Sensationsleistung. Mit 4 und 0 Fehlerpunkten konnte der Pferdewirt-Azubi im Sattel seines Fuchswallachs Chabalou mehr als zufrieden sein. Die EM-erprobte Salzburgerin Sally Carina Zwiener und ihr Championatspferd Cindy Crawford sollten dann die erhofften Null-Runden für unser Team bringen. Aber es wollte einfach nicht sein. So standen am Ende 4 und 8 Fehlerpunkte auf der Ergebnisliste, wie auch später für die Abschlussreiterin Elisa Bottoli mit ihrer Stute Ivana AMB. Einen rabenschwarzen Tag erwischte leider die KES-Teamreiterin Savannah Birk, die an diesem Tag mit ihrem erfahrenen Wallach Callisto KES nicht zu ihrer Normalform fand und zweimal das Streichresultat ablieferte. Am Ende war es der 4. und somit letzte Endrang für das Team Österreich.
Im Grand Prix am Sonntag konnte sich auch hier kein Reiter im Vorderfeld in Szene setzen, Österreich hatte hier nichts mitzureden: Elissa Bottoli platzierte sich mit ihrer Stute Ivana AMB und 12 Fehlerpunkten am 28. Rang, Sally Zwiener beendete diese Springprüfung mit ihrer Holsteiner Stute Cindy Crawford ebenso nicht wie David Moser seinen Parcours mit Chabalou.
Für das Heim-CSIO in Lamprechtshausen ist bei den Junioren eine Verstärkung durch die erfahrene Wienerin Marie Christin Sebesta angesagt. Dennoch wird es für Kurt Gravemeier nicht einfach werden das richtige Quartett zu finden, da die Ansprüche im Parcours mit Sicherheit in Lamprechtshausen andere sein werden als an diesem Wochenende in Italien. Mit über 13 Teams aus ganz Europa kommt es bereits in Lamprechtshausen zur ersten ernstzunehmenden Nagelprobe für die EM 2019 in Zuidwolle (NED).
> Ergebnis Nationenpreis Junioren
> Ergebnis Junioren Grand Prix

Die beste Leistung im Young Rider Nationenpreis brachte Michele Ruth mit Nathanael. Im Bild ist Michele mit TH Champions League zu sehen, mit dem sie den Sieg im Rahmenberwerb über 1,45 m feierte. © KES-Team
Die beste Leistung im Young Rider Nationenpreis brachte Michele Ruth mit Nathanael. Im Bild ist Michele mit TH Champions League zu sehen, mit dem sie den Sieg im Rahmenberwerb über 1,45 m feierte. © KES-Team

Young Rider im Pech
Zwar steuerten KES-Teamreiterin Michele Ruth und ihre bayrische Stute TH Champions League im 1,45 m Rahmenberwerb zum Auftakt einen rot-weis-roten Sieg als Motivationsschub für unser Young Rider Team bei, doch auch bei unseren Jungen Reitern kam bereits ganz früh der erste Rückschlag. Der erfahrene Schimmel Askaban von Teamstütze Dominik Juffinger war am Morgen des Nationenpreistages nicht einsatzfähig und ein enorm enttäuschter Dominik trat schon frühzeitig die Heimreise an. So musste OEPS-Teamchef Kurt Gravemeier auf die EM-erfahrene KES-Teamreiterin Denise Ruth zurückgreifen, die jedoch in Gorla Minore auch auf ihr Nr. 1 Pferd Stand Up verzichten musste, und auf ihren Youngster Little Joe R baute. Die Vorarlbergerin Jessica Vonach und ihre Neu-Erwerbung Valentino eröffneten für Österreich. Aber es sollte nicht das Wochenende der erfahrenen EM-Reiterin werden und so blieb sie mit zweimal 14 Fehlerpunkten hinter den von ihr selbst gesteckten Zielen. Als zweites Paar gingen dann KES-Teamreiterin Michele Ruth und ihr belgischer Wallach Nathanael in den Parcours. Mit lediglich einem Zeitfehlerpunkt in der ersten Runde und einem Abwurf in Runde 2 brachte Michele das beste rot-weiss-rote Ergebnis an diesem Tag. Die erfahrene und nervenstarke Niederösterreicherin Lisa Schranz und ihr Cascadeur zeigten sich wie immer mit konstant guter Leistung und beschlossen ihre Runde mit zweimal 4 Fehlerpunkten. Der noch unerfahrene und erst achtjährige Little Joe R unter dem Sattel von KES-Teamreiterin Denise Ruth zeigte zwar auf, dass in ihm Championats-Potential schlummert, war am Ende mit den Aufgaben im Nationenpreis (1,45 m) jedoch noch überfordert und so lieferte das Duo mit 15 und 25 Fehlerpunkten das Streichresultat. Für Österreich bedeuteten die gesamt 41 Fehlerpunkte den vierten Endrang unter vier Nationen. Die Schweiz holte sich hier den Sieg mit lediglich 8 Fehlerpunkten.

Mit konstanter Leistung und zwei 4-Fehlerpunkte-Ritten waren Lisa Schranz und Cascadeur im Nationenpreis der Young Rider unterwegs. © privat
Mit konstanter Leistung und zwei 4-Fehlerpunkte-Ritten waren Lisa Schranz und Cascadeur im Nationenpreis der Young Rider unterwegs. © privat

Am abschließenden Young Rider Grand Prix lief es für die Österreicher nicht gut: Michele Ruth war mit ihrem BWP Wallach Nathanael zuerst gut unterwegs, stürzte kurz vor dem Ziel und schied damit aus. Jessica Vonach wiederum kam mit ihrem Fuchswallach Valentino 311 und 13 Fehlerpunkten auf Rang 33.
Für das CSIO in Lamprechtshausen heißt es man bei den Jungen Reitern die Daumen zu drücken, dass es Kurt Gravemeier gelingt, auf eine fitte Truppe zurückgreifen zu können. Das YR-Team hätte in Topform eine Chance wieder eine Sensation abzuliefern, auch wenn es aktuell schwierig ist, den Ausfall der Mannschaftsstütze Lisa Marie Räuber, welche im Augenblick über keine EM-Pferde verfügt, zu kompensieren.
> Ergebnis Nationenpreis Young Rider
> Ergebnis Young Rider Grand Prix

> Start- und Ergebnislisten CSIO YR/J/CH/P Gorla Minore (ITA)

Dieser Text wurde von EQUESTRIAN WORLDWIDE – EQWO.net verfasst und ist keine Pressemitteilung. Das Kopieren des Text- und Bildmaterials ist nicht gestattet.