Olympische Spiele auf 2021 verschoben – IOC-Präsident Thomas Bachs verkehrte Welt

Olympische Spiele Tokio (JPN)

Olympische Spiele auf 2021 verschoben – IOC-Präsident Thomas Bachs verkehrte Welt

Olympische Spiele | Julia Rejlek – Die Olympischen Spiele in Tokio (JPN) werden auf 2021 verschoben. Der IOC und das Austragungsland Japan geben damit dem internationalen Druck nach. IOC-Präsident Thomas Bach erlebte sein persönliches Deja Vu: einst als Athletensprecher gegen den Olympia-Boykott 1980, heute als Präsident für eine Durchführung der Olympischen Spiele trotz weltweiter Corona-Krise. Beide Male musste er erfolglos das Feld räumen.

Thomas Bach kämpfte einst als Athletensprecher gegen den Olympia-Boykott von 1980, heuer musste er als IOC-Präsidenten einen Boykott der Sportler ins Auge sehen. © IOC

Es wurde heiß diskutiert, jetzt ist es fix: die Olympischen Spiele in Tokio (JPN) werden auf 2021 verschoben. Wir haben im Vorfeld auf EQWO.net berichtet. Der IOC und das Austragungsland Japan haben lange an dem Termin (24. Juli – 9. August 2020) festgehalten. Diverse Athletenvereinigungen und auch ganze Staaten wollten das jedoch verhindern. Kanada und Australien hatten bereits beschlossen, keine Athleten nach Tokio zu schicken. Einige andere Länder deuteten ähnliche Vorhaben an. Die Vereinigung „Global Athlete“ forderte eine sofortige Absage, die deutschen Olympia-Sportler wollten eine historische Abstimmung in die Wege leiten. Was auch immer dabei herauskommen gewesen wäre, die deutschen Dachverbände wären dieser Empfehlung nachkommen, darüber ist man sich einig, so der Spiegel. Auch Österreichs Vizekanzler Werner Kogler sah eine Verschiebung als einzige Möglichkeit.

Thomas Bach, der Präsident des Internationalen Olympia Komitees, erlebte damit eine Art Deja Vu. Als ehemaliger Fechter und Mannschafts-Olympiasieger 1976 wurde der Würzburger 1980 zum ersten IOC-Athletensprecher ernannt. In dieser Rolle kämpfte er vergeblich gegen den Entschluss Deutschlands, so wie weiterer Teile des Westens, wegen des Einmarschs der Sowjetunion in Afghanistan, die Sommerspiele in Moskau zu boykottieren. Diese Erfahrung prägte Thomas Bach. Er studierte Rechtswissenschaften, trat der FDP bei, arbeitete in der eigenen Kanzlei und wurde schließlich Industrielobbyist. Als Sportlervertreter schaffte er es im IOC ganz nach oben, wo er bis heute eine harte Linie fährt. Jetzt hat er wieder gegen einen Boykott gekämpft. Allerdings gegen einen der Sportler. Das Ergebnis ist dasselbe: wieder finden keine regulären Spiele statt.

Der gestern bekannt gewordene Kompromiss soll jedoch eine Idee des Präsidenten gewesen sein. Laut Spiegel soll Thomas Bach Japans Ministerpräsident zu einem Ersatztermin gedrängt haben. Also nur eine halbe Niederlage.

Das Olympische Feuer könnte heuer sprichwörtlich ausgehen. © IOC/ John Huet
Das Olympische Feuer wird erst 2021 ertzündet werden. © IOC/ John Huet

Dieser Text wurde von EQUESTRIAN WORLDWIDE – EQWO.net verfasst und ist keine Pressemitteilung. Das Kopieren des Text- und Bildmaterials ist nicht gestattet.