Österreichs Dressur-Sichtung und das Nachwuchsproblem

CDN-A* Sichtung Ebreichsdorf (AUT)

Österreichs Dressur-Sichtung und das Nachwuchsproblem

Dressur  – Beim ersten Sichtungsturnier von 26. bis 28 Februar 2021 im Magna Racino in Ebreichsdorf (NÖ) sind Österreichs Dressurreiter angetreten um sich für internationale Starterlaubnisse zu empfehlen. Insgesamt waren 130 Pferde am Start, gesichtet wurden acht Kategorien, von Pony bis zur großen Tour. Auch wenn viele die Kriterien locker erreiten konnten, ist eines bitter klar: Österreich hat ein Nachwuchsproblem! Zwar waren aufgrund von ausreichenden internationalen Ergebnissen im Vorjahr nicht alle Kandidaten am Start, doch gab es leider weder bei den Children noch bei den U-25 Reitern positiv gesichtete Pferd-Reiter-Paare.

Stephanie Dearing holte sich vier Siege am Aufwärmtag beim Sichtungsturnier im Magna Racino. © horsesportsphoto.eu
Die Sichtung im Magna Racino (NÖ) war ein voller Erfolg! Am Foto: Stephanie Dearing mit Auheims Del Magico FRH, der heuer unter Chiara Pengg teilnahm. © horsesportsphoto.eu

Das erste vom Österreichischen Pferdesportverband OEPS ausgeschriebene Sichtungsturnier 2021 dient jedes Jahr zur Überprüfung der Leistung von Ponys, Pferden und Reitern und ist eine Pflichtstation für alle österreichischen Nachwuchsdressurreiter auf dem Weg zu internationalen Starterlaubnissen und den EM-Tickets 2021.

Welche Noten für ein positives Sichtungsergebnis notwendig sind, hängt von der jeweiligen Klasse ab. Grundsätzlich ist eine Bewertung von mind. 65% im Durchschnitt aus beiden Sichtungsbewerben notwendig, um in Österreich an einem internationalen Turnier teilzunehmen und 66% um im Ausland starten zu dürfen. Hier geht es zu den genauen Kriterien des OEPS für einen Start im Ausland bzw. einen internationalen Start in Österreich.

Wer wurde erfolgreich gesichtet?

Pony: In der Klasse der Ponyreiter haben sich zwei Reiterinnen für die Teilnahme an internationalen Turnieren empfohlen: Fanny Jöbstl (ST) auf Wilky May scorte 67,436% bzw. 70% und dominierte alle Bewerbe, Katharina Zajic (W) mit Don Joan platzierte sich jeweils dahinter auf Rang zwei (66.496% und 65.894%).

Die 15-jährige Fanny Jöbstl (ST) konnte sich durch tolle Leistungen bei der Sichtung und dem CDI in Mariakalnok mit ihrem Pony Wilky May qualifzieren. © Petra Kerschbaum
Fanny Jöbstl (ST) konnte auch ihr zweites Pony Wilky May für internationale Starts bei der Sichung im Magna Racino empfehlen! Foto: EM 2020 © Petra Kerschbaum

Jugend: Am Samstag (27.2.) wurde ein Jugend-Bewerb (Children) mit lediglich einer Starterin ausgetragen. Da diese nicht die erforderlichen 62% für einen zweiten Bewerbsantritt erreichen konnte, fiel der zweite Bewerb am Sonntag aus.

Junioren: Um ein positives Sichtungsergebnis in der Klasse der Junioren zu erzielen, waren 65 bzw. 66% in der Klasse M erforderlich. Bester Starter unter 15 Reitern bzw 17 Pferd-Reiter-Paaren war hier in allen Bewerben Paul Jöbstl (ST) mit seinem neuen Pferd Bodyguard. Das Paar wurde bei seinem Debüt von den Richtern mit 72,973% & 71,754% bewertet.

 

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Quelle: Instagram/paul_joebstl

Junge Reiter: Insgesamt 17 Paare waren am Start, neun davon erreichten die heiß ersehnte 65- bzw. 66-Prozent-Marke. Mit 69,561% im Team Test und 71,360% im Individual hat Helene Grabenwöger (NÖ) mit ihrem Wallach Der Fuchs sehr gute Chancen auf ein EM-Ticket.

U25: In der Klasse der U25-ReiterInnen konnte niemand ein Ergebnis über 66% erreichen. Alleine Jonas Frick (W) schaffte es im ersten Sichtungsbewerb mit seinem Hannoveraner Juno 4 am Samstag in der Inter II zumindest die 65%-Marke zu knacken.

Kleine Tour: In der Kleinen Tour war die Konkurrenz wie üblich am größten, hier hatten sich 33 Paare für den St. Georg und die Inter I angemeldet. Dementsprechend viele Ergebnisse über 66% gibt es in dieser Klasse. Die Siege gingen an Oberösterreichs Stefan Lehfellner (OÖ) mit Flying Dancer (73,070%) und den Alpenspan-Reiter Peter Gmoser (B) auf Don Jon OLD (72,851%).

Nachwuchstalent Don Jon OLD bewies im Prix St.Georg sein Talent und gewann unter Peter Gmoser souverän. © Petra Kerschbaum
Peter Gmoser (B) und Don Jon OLD konnten bei der Sichtung die Intermediaire-Prüfung gewinnen. © Petra Kerschbaum

Mittlere Tour: Drei Reiterinnen konnten in der Inter A und Inter B jeweils über 65% scoren und sich somit für internationale Starts qualifizieren: Stephanie Dearing (K) konnte auf Auheim’s Riano beide Bewerbe mit rund 69% gewinnen, weiters erhielten Michaela Brötzner (S) auf Don Divino und Bettina Kendlbacher (ST) mit Don Alfredo über 65%!

Große Tour: Auf Grand Prix-Niveau (bis 3-Sterne) gelten 66% als Mindestkriterium für die internationale Sichtung. Ab 4-Sterne-Niveau aufwärts gilt es, Wertnoten von 67%, 68% oder 70% zu erreiten, abhängig davon bei welcher Kategorie (4*, 5* oder Weltcup) der Reiter sein Pferd an den Start bringen möchte. Als estes Paar entschieden Renate Voglsang (W) und Fürst Ferdinand zur Fasanenhöh beide Grand Prix-Bewerbe mit 73,28 und 74,346 % für sich!

A-Kader-ReiterInnen haben aber die Möglichkeit ein Pferd auch ohne Sichtung international zu starten.

Folgende Bewerbe zählten zur Sichtung:
Pony: Bewerb 9 + 16
Jugend: Bewerb 8 + 17
Junioren: Bewerb 15 + 23
Junge Reiter: Bewerb 13 + 22
U25 Tour: Bewerb 14 + 21
Kleine Tour: Bewerb 10 + 18
Mittlere Tour: Bewerb 11 + 19
Große Tour: Bewerb 12 + 20

Alle Ergebnisse findet Ihr auf: results.hippodata.de

Dieser Text wurde von EQUESTRIAN WORLDWIDE – EQWO.net verfasst und ist keine Pressemitteilung. Das Kopieren des Text- und Bildmaterials ist nicht gestattet.