EQWOserie HERZENSPFERDE: Christian Schumach und „sein“ Auheim’s Da Vinci

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EQWOserie HERZENSPFERDE: Christian Schumach und „sein“ Auheim’s Da Vinci

CM – Fast jeder Reiter hat oder hatte einmal DAS EINE spezielle Pferd, das Herzenspferd, das einen als Mensch und als Reiter verändert und das Leben bereichert hat. Von diesem Pferd hat man besonders viel gelernt, hat mit ihm besonders viel durchgemacht, hat besondere Siege gefeiert oder Niederlagen verarbeitet. Zu diesem Pferd hat man aus irgendeinem Grund eben eine ganz spezielle Bindung aufgebaut. Für manche war es Liebe auf den ersten Blick, andere haben etwas länger gebraucht, um zueinander zu finden. Wir wollten nun von Spitzenreitern wissen, welches ihr Lebenspferd ist oder war und was das Besondere an Ihrer Beziehung zu diesem Pferd ist.

Wir starten unsere EQWOserie „Herzenspferd“ heute mit Fixkraft – Dressurreiter Christian Schumach und Auheim`s Da Vinci.

Christian Schumach besuchte seinen Lehrmeister Da Vinci erst vor wenigen Wochen. © Privat
Christian Schumach besuchte seinen Freund und Lehrmeister Da Vinci erst vor wenigen Wochen. © Privat

Über die Angst vor Blumentöpfen

„Das prägendste Pferd meiner bisherigen Karriere war mein erstes Grand Prix Pferd Auheim’s Da Vinci. Der Hannoveraner ist mittlerweile 24 Jahre alt und genießt seinen Ruhestand auf der Koppel. Bis er 18 Jahre alt war, ging er mit mir gemeinsam im Grand Prix. Als er zehn Jahre alt war, kaufte ihn Familie Pengg und vertraute ihn mir als potentielles Grand Prix Pferd an. Ich wusste immer, dass unser Weg besonders am Anfang sehr steinig sein würde, denn das Pferd hatte vorher nie die Gelegenheit, zu jemand Vertrauen aufzubauen. Er war sehr ängstlich, gleichzeitig aber auch eine starke Persönlichkeit. Von Anfang an war er talentiert, besonders in der Piaffe und der Passage, und ich fühlte mich sofort wohl auf ihm. Ein halbes Jahr später bestritten wir unseren ersten gemeinsamen Grand Prix. Es war nicht leicht – Da Vinci hatte kaum Turniererfahrung und er war so mit den äußeren Begebenheiten beschäftigt, dass die ersten Turniere eher mager ausfielen. Ich war oft am Boden zerstört und fragte mich, wie ich eine Kommunikation mit ihm schaffen sollte, damit auch etwas Gutes dabei herauskommt. Immer wieder gab es Rückschläge und die Angst vor Blumentöpfen und Ähnlichem und das Betrachten der Umwelt störte seine Konzentration.“

Er lehrte mich Demut und Geduld

„Da Vinci lehrte mich Demut und dass Geduld ein Muss ist. Bis heute profitiere ich von den Dingen, die er mir gezeigt hat. Nur war mir das damals nicht bewusst, für mich war er ein Pferd „zwischen Genie und Wahnsinn“. Ich suchte Hilfe bei namhaften Trainern und dann ging es bergauf. Der deutsche Ausbildner Holger Finken war eine große Hilfe und Fritz Gaulhofer begleitete uns jahrelang und half, die Kommunikation zwischen mir und Da Vinci zu verbessern. Dann ging es zackig bergauf, wir siegten 2005 im Grand Prix von Mariakalnok (HUN). Der erste Meilenstein war geschafft! Von da an glaubte ich an ihn und an mich und dass wir beide eine gemeinsame Zukunft haben werden. Beim internationalen Weltcupturnier in Kapsovar (HUN) wurden wir 2006 Dritte im GP und siegten im Grand Prix Special. Und zum ersten Mal wurden auch andere auf uns aufmerksam: Mit Da Vinci und mir war als Konkurrenz zu rechnen!

Die schönsten Erfolge

Gemeinsam feierten wir viele weitere Erfolge, wie zum Beispiel die sehr großen WC Turniere in Maastricht (NL) oder Mechelen (BEL). Der größte Erfolg war ein Internationales Weltcupturnier in Lipica (SLO), wo wir unter namhaften Reitern siegen konnten. 2009 wurden wir hinter Vici Max-Theurer Vizestaatsmeister. 2010 war Da Vinci zwar körperlich noch sehr gut drauf, aber er hatte nicht mehr so viel Spaß am Sport. Eine Weile blieb er noch als Lehrpferd bei uns im Stall und war für viele Nachwuchsreiter ein toller Lehrer. Ich rechne es den Besitzern, der Fam. Pengg, sehr hoch an, dass er bei uns bleiben durfte. Mit 20 startete er dann sein Pensionsleben und steht bis heute bei einem Freund von mir, wo ich ihn immer noch manchmal besuche.“

Morgen geht unsere EQWOserie weiter mit dem österreichischen Voltigierer Stefan Csandl.

Falls auch ihr ein besonderes Pferd habt oder hattet: Schreibt uns mit Foto an media@eqwo.net und mit ein wenig Glück gibt es auch eure Story bald bei uns zu lesen!

Dieser Text wurde von EQUESTRIAN WORLDWIDE – EQWO.net verfasst und ist KEINE Pressemitteilung. Das Kopieren des Text- und Bildmaterials ist nicht gestattet.