EQWO-Jahresrückblick 2020

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EQWO-Jahresrückblick 2020

Pferdesport | Julia Rejlek – Bye 2020 – Hello 2021! Es war ein Jahr voller Höhen und noch viel mehr Tiefen. Ein Jahr, das uns alle vor neue Herausforderungen gestellt hat und nicht so bald vergessen sein wird. Neben etlichen Absagen großer Events, musste die Pferdesport-Welt einige große Vierbeiner gehen lassen, auch rot-weiß-rote Tragödien beschäftigten uns. Trotzdem gab es auch glückliche Momente und tolle Erfolge zu verzeichnen. EQWO.net hat das Pferdesport-Jahr 2020 für Euch zusammen gefasst.

Aktuelle Führende in der Weltcup-Rangliste (Western european League) & Siegerin der Weltcup-Kür von Fót (HUN): Morgan Barbacon (FRA) auf Sir Donnerhall II, genannt "Gus". © Petra Kerschbaum
Wir blicken auf ein ereignisreiches Jahr zurück mit vielen Rückschlägen aber auch Erfolgen. Am Foto: Morgan Barbacon (FRA) auf Sir Donnerhall II. © Petra Kerschbaum

Tragödien – Zwei Brände und ein Schlaganfall
Das Jahr 2020 verlangte dem gesamten Reitsport, genauso wie den allermeisten Branchen, extrem viel ab. Dem war aber noch nicht genug. Zwei große Brände kosteten in Österreich mehreren Pferden das Leben und stellte die Reitstall-Betreibern vor die größte Herausforderung. Familie Puck verlor in ihrem Reitstall Bergmühle sieben Vierbeiner, ihr Hof brannte bis auf die Grundmauern ab. Ebenfalls aufgrund eines technischen Defekts, mussten im Pferdesportzentrum Hubertushof bei Familie Kermer insgesamt zehn Pferde ihr Leben lassen, nachdem ein Teil der Stallungen sowie der Reithalle abbrannten.

Das Zuhause Österreichs Top-Springreiters Gerfried Puck (ST), der Reitstall Bergmühle stand heute Nachmittag in Vollbrand. © https://www.youtube.com/
Das Zuhause Österreichs Top-Springreiters Gerfried Puck (ST), der Reitstall Bergmühle stand in Vollbrand. © https://www.youtube.com

Die Dressurwelt in Atem hielt der erst 22-jährige Spanier Juan Matute Guimon (ESP), der Anfang April während des Trainings eine Gehirnblutung erlitt. Es folgten Operationen inklusive Komplikationen, dann lag er sogar im Koma. EQWO.net berichtete laufend von der anschließenden Genesung des jungen Dressurreiters, heute kann Juanito sogar wieder reiten!

Toll! Juan Matute Guimon erlitt im April eine schwere Hirnblutung, vergangenes Wochenende ist er erstmals wieder ins Turniergeschehen eingestiegen. © IG: juan_matute_guimon
Toll! Juan Matute Guimon erlitt im April eine schwere Hirnblutung, im Herbst ist er erstmals wieder ins Turniergeschehen eingestiegen. © IG: juan_matute_guimon

Erfolge – Vielseitigkeit und Paradressur
Die rot-weiß-roten Dressur- Spring- & Vielseitigkeitsreiter konnten trotz der verkürzten Saison einige internationale Erfolge einholen. Anfang des Jahres konnte das Paradressur-Team Pepo Puch, Valentina Strobl und Bernd Brugger in Doha den Nationenpreissieg nach Hause bringen. Lea Siegl, die erst 22-jährige Buschreiterin aus Oberösterreich sorgte für eine Sensation nach der anderen: im Oktober besiegte sie sogar Olympiasieger Michael Jung (GER)!

Drei zweite Plätze konnten sich Valentina Strobl und Bequia Simba im Grad V in Doha sichern. © Mario Grassia/CHI Al Shaqab
Drei zweite Plätze konnten sich Valentina Strobl und Bequia Simba im Grad V in Doha sichern. © Mario Grassia/CHI Al Shaqab

Erfolge – Springen
Die Springelite konnte sich komplett auf den Casino Grand Prix konzentrieren, der heuer aufgrund der Lage sogar mit internationaler Konkurrenz stattfand, bzw. stattfindet, das Finale im Rahmen der Amadeus Horse Indoors steht noch aus! Ein Team bestehend aus Max Kühner, Katharina & Christian Rhomberg, sowie Roland Englbrecht erkämpfte sich im Nationenpreis in Prag Rang sechs.

Max Kühner und Gerfried Puck sahnten trotz der verkürzten Saison international ab: gleich mehrere Wochenenden hintereinander war Österreich Nr. in Saint Tropez (FRA) hoch platziert! Ebenso in Basel (SUI) Anfang des Jahres oder in Valkenswaard (NED) im September mit einem 6. Rang im Großen Preis. Gerfried Puck, dessen Hof im Frühjahr noch in Schutt und Asche lag, zeigte ebenfalls tolle Leistungen: zu Anfang des Jahres konnte der Steirer in Abu Dhabi (VAE) mit einem zweiten Platz im Weltcup groß aufzeigen. In Gorla Minore (ITA) lieferte er tolle Runden ab und in Budapest konnte er sich erneut einen zweiten Rang im Weltcup-Springen sichern.

Katharina Rhomberg (AUT/V) und Careless zeigten beim CSIO3* in Prag tolle Runden im Nationenpresi, sowie im Großen preis über 1,50m! © Katka Navajova
Katharina Rhomberg (AUT/V) und Careless zeigten beim CSIO3* in Prag tolle Runden im Nationenpreis, sowie im Großen Preis über 1,50m! © Katka Navajova

Erfolge – Dressur
Erfolgreiche Weltcup-Wochenenden und souveräne Nachwuchs-Europameisterschaften lieferten Österreichs Dressurstars. Vici Max-Theurer besiegte 2020 nicht nur Dorothee Schneider (GER), auch Cathrine Dufour (DEN) musste sich in Aarhus (DEN) hinten anstellen. In Mariakalnok (HUN), Brno (CZE) und Budapest (HUN) waren Peter Gmoser, Belinda Weinbauer, Christian Schumach und Renate Voglsang hoch erfolgreich. Österreichs Nachwuchs-Dressierer zeigten in Budapest, bei den Europameisterschaften der Klassen Children, Pony, Junioren, Junge Reiter und U25 gute Runden und konnten sich für einige Finali qualifizieren. EQWO.net war vier Wochen live vor Ort und berichtet täglich auch von hinter den Kulissen.

Bester österreichischer Reiter: Felix Artner reitet mit Sisley Santino auf 71,333% und platziert sich auf Rang acht! © Petra Kerschbaum
Bester österreichischer Reiter bei den Europameisterschaften der Jungen Reiter: Felix Artner ritt mit Sisley Santino auf 71,333% und platziert sich auf Rang acht! © Petra Kerschbaum

Verluste – Totilas und Desperados leben nicht mehr
2020 erreichten und einige traurige Nachrichten aus prominenten Ställen. Weltmeister Zucchero OLD, Top-Vererber und Olympiapferd Desperados, Pepo Puch’s Fine Feeling, und Edward Gal’s Lingh, sowie der unsterbliche Totilas verstarben heuer.

R.I.P. Totilas! Der Wunderhengst ist mit nur zwanzig Jahren an einer Kolik und ihren Folgen verstorben. © Petra Kerschbaum
R.I.P. Totilas! Der Wunderhengst ist mit nur zwanzig Jahren an einer Kolik und ihren Folgen verstorben. © Petra Kerschbaum

Ausblick
Auch 2021 werden uns die Auswirkungen der Pandemie noch verfolgen. Einige große Turniere sind bereits abgesagt worden. Dennoch gibt es auch Grund zur Freude: Dressur und Springreiter haben eine Ausführung ihrer Europameisterschaften im Sommer 2021 nach den Olympischen Sommerspiele in Tokio erkämpft! Für die Vielseitigkeitsreiter besteht ebenfalls Hoffnung, die FEI hat das Bewerbungsverfahren eben neu aufgenommen.

Welche heimischen Stars nach Tokio fliegen dürfen, garantiert eine spannende erste Jahreshälfte im Pferdesport, die Impfung hoffentlich eine Rückkehr zur Normalität auch im Amateurbereich!

Wir wünschen unserer gesamten Community einen guten Rutsch und ein gutes neues Jahr!

Dieser Text wurde von EQUESTRIAN WORLDWIDE – EQWO.net verfasst. Das Kopieren des Text- und Bildmaterials ist nicht gestattet.